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Stadt Hannover Grünes Licht für Maritim-Umbau
Aus der Region Stadt Hannover Grünes Licht für Maritim-Umbau
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00:19 21.01.2015
Von Andreas Schinkel
In einem Architektenwettbewerb soll „die Gestaltung sowohl der Gebäudegrundrisse als auch der Fassaden gefunden werden“. Das Bild zeigt einen Entwurf, der kurzfristig im Internet gezeigt wurde. Quelle: friedrichswall.de
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Hannover

Bis zum Jahr 2080 soll die Erbpacht bestehen, wie aus einem vertraulichen Verwaltungspapier hervorgeht. Das Schriftstück liegt der HAZ vor. In einem Architektenwettbewerb soll „die Gestaltung sowohl der Gebäudegrundrisse als auch der Fassaden gefunden werden“, heißt es in dem Papier. Der Umbau beginnt erst 2016, weil die Maritim-Hotelkette angekündigt hat, noch bis Ende 2015 in dem Gebäude zu residieren. Der Vertrag wird jetzt den politischen Gremien vorgelegt, eine grundsätzliche Zustimmung gilt als sicher.

Höher und breiter könnte das Hotel am Ende ausfallen. Das zeigt eine sogenannte Baukörperstudie des Büros Kiefer + Kiefer in Sarstedt. Die Pläne sollen Ausgangspunkt für den Architektenwettbewerb sein. Die Studie lässt ein zusätzliches Geschoss auf dem Dach des Hauses zu, was dem neuen Eigentümer entgegenkommt. Der Investor hatte angekündigt, ein Panorama-Restaurant in einer weiteren Etage einrichten zu wollen. Baupolitiker befürchteten, dass das klotzige Gebäude noch massiver wirken könnte. Auch bei der Breite des Baukörpers sehen Kiefer + Kiefer Spielräume, wie aus den Skizzen der Studie ersichtlich wird. „Das Fassadenmaterial soll in der Hauptsache steinern sein“, lautet eine weitere Vorgabe für den Wettbewerb.

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Im Oktober vergangenen Jahres hat die eigens gegründete Friedrichswall GmbH das Hotelgebäude erworben. Geschäftsführer der Firma ist der Projektentwickler Andreas Pallushek. Wer das Geld auf den Tisch gelegt hat, bleibt bisher im Dunkeln. Ein Dritter soll später das Haus als Hotel weiterführen, aber nicht mehr unter dem Banner der Maritim-Kette. Der Kaufvertrag ist erst gültig, wenn die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks zustimmt. Daher können Stadt und Ratspolitik mittelbar Einfluss auf die Gestaltung des Betonkastens nehmen. Interesse der Stadt ist, außer Pachteinnahmen endlich eine zeitgemäße Architektur am Friedrichswall zu verwirklichen.

Um sich abzusichern, stellt die Stadt im neuen Erbpachtvertrag Bedingungen. Der neue Eigentümer ist verpflichtet, eine Bankbürgschaft für den Erbbauzins über einen Zeitraum von fünf Jahren vorzulegen. Das entspricht einer Summe von 350 000 Euro. Zudem muss er eine sogenannte Fertigstellungsbürgschaft über 20 Millionen Euro vorweisen. Damit will die Stadt ausschließen, dass am Friedrichswall ein zweites Ihmezentrum entsteht.

Die Vorteile des neuen Vertrags sieht die Stadt als „geringfügig“ an. Immerhin ist es ihr gelungen, den bisherigen Erbbauzins um 22 Prozent auf 70 000 Euro pro Jahr zu erhöhen. Zudem dürfen Stadtbeschäftigte 65 Stellplätze in der Tiefgarage des Hotels unentgeltlich nutzen. Im Rathaus dürfte sich die Freude in Grenzen halten, denn der alte Erbpachtvertrag gestand sogar 225 Parkplätze zu. Dafür verbessert sich die Aussicht für die Rathausmitarbeiter, denn die gleichförmige Betonfassade gehört schon bald der Vergangenheit an.

Von Felix Harbart und Andreas Schinkel

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