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Stadt Hannover Warum die Stadt in diesem Jahr viele Bäume fällt
Aus der Region Stadt Hannover Warum die Stadt in diesem Jahr viele Bäume fällt
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00:19 01.03.2019
Der Messeschnellweg musste kürzlich wegen Baumfällarbeiten gesperrt werden. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Hannover

An etlichen Straßen und Wegen in Hannover schneiden Arbeiter derzeit Äste weg und fällen ganze Bäume. Auf Spielplatz Wakitu in der Eilenriede sind am Dienstag Waldarbeiter angerückt, vor wenigen Tagen musste die Stadt den Messeschnellweg sperren, um abgestorbene Äste aus Baumkronen zu schneiden. Ist in diesem Jahr besonders viel totes Holz zu entfernen? Hat der trockene Sommer den Bäumen stärker zugesetzt, als erwartet?

Trockenheit hat Bäumen in Eilenriede zugesetzt

Die Stadtverwaltung bestätigt auf Nachfrage der HAZ, dass in den Wäldern tatsächlich mehr Bäume gefällt werden müssen, um der Verkehrssicherheit auf Wegen und Fahrbahnen zu genügen. „Das hat in Teilen mit dem trockenen Jahr 2018 zu tun“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Denn anders als Straßenbäume wurden die Pflanzen in der Eilenriede nicht gewässert, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wie stark die Dürre den Bäumen aber wirklich geschadet hat, zeige sich erst im Laufe dieses Jahres, sagt Dix. Dann werde man sehen, wie vital die Pflanzen sind.

NABU: Reisighaufen liegen lassen

So wenig Äste wie möglich wegschneiden und Reisighaufen nicht mehr abtransportieren – das empfiehlt der Naturschutzverband NABU. Zwar gehe es in manchen Gärten darum, Hecken und Büsche in akurate Form zu bringen, sagt NABU-Gartenexperte Matthias Freter, aber das sollte mit Augenmaß geschehen. Ab Freitag, 1. März, dürfen Bäume, Hecken und Büsche ohnehin nicht mehr massiv beschnitten werden, so sieht es das Bundesnaturschutzgesetz vor. Zulässig sind lediglich „schonende Form- und Pflegeschnitte“. Die Regelung gilt bis 30. September. Freter rät, abgeschnittene Äste jetzt liegen zu lassen. „Wenn es etwas wärmer ist, werden die ersten Vögel mit dem Nestbau in den Reisighaufen beginnen und Igel sowie andere Säugetiere ihren Unterschlupf dort suchen“, sagt der NABU-Experte.

Kommende Woche lässt die Stadtverwaltung entlang dem Messeschnellweg Äste wegschneiden und Bäume fällen. Von Montag, 4. März, bis Freitag, 8. März, kann es zwischen den Anschlussstellen Weidetor und Pferdeturm in beiden Richtungen zu Verkehrsbehinderungen kommen. Zeitweise müsse für die Fällarbeiten der rechte Fahrstreifen gesperrt werden, teilt die Stadt mit.asl

Stadt verzichtet auf Durchforsten

Der städtische Forstbetrieb hat mit dem Grünschnitt entlang von Wegen im Stadtwald so viel zu tun, dass die zu dieser Jahreszeit übliche Durchforstung entfällt. Eigentlich würden Waldarbeiter jetzt darauf achten, welche Stämme in dichten Baumgruppen abgeholzt werden müssen, um den übrigen Pflanzen genügend Lebensraum zu sichern. Doch die Verkehrssicherungspflicht geht vor. Da die Durchforstung entfalle, würden aber unterm Strich in diesem Jahr weniger Bäume gefällt, sagt Dix.

Der Naturschutzverband BUND zweifelt, ob aus Gründen des Schutzes von Wegen und Straßen derart viele Bäume weichen müssen. „Die Verkehrssicherungspflicht scheint sehr frei ausgelegt zu werden“, sagt Sabine Littkemann vom BUND. Ihr Eindruck sei, dass immer mehr Bäume, insbesondere alte Bäume abgeholzt werden. „Zudem müssen viele Bäume weichen, weil die Bautätigkeit in Hannover zugenommen hat“, sagt die BUND-Vertreterin.

Kritik am Kahlschlag an der Sophienschule

Für den Neubau der Sophienschule sowie eines Traktes vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (KWRG) holzt die Stadt jetzt rund 80 Bäume ab. Anwohner und BUND sind verärgert. „Der Kahlschlag ist bei der Informationsveranstaltung kürzlich in der Sophienschule nicht erwähnt worden – wohlweislich“, vermutet Littkemann. Offenbar habe die Stadt bereits mit Gegenwehr gerechnet. Verhindern lässt sich das Abholzen jedoch nicht mehr. Bis Freitag, 1. März, müssen die Fällmaschinen ihr Werk beendet haben, so sieht es die Baumschutzsatzung vor. Dann beginnen die Bäume auszutreiben, erste Vögel suchen Brutplätze. Erst ab dem 30. September dürfen Arbeiter wieder die Kettensäge ansetzen.

Von Andreas Schinkel

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