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Stadt Hannover Die HAZ testet: So fährt sich der erste E-Scooter – das Video
Aus der Region Stadt Hannover Die HAZ testet: So fährt sich der erste E-Scooter – das Video
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00:17 22.06.2019
Macht Spaß, hat aber auch Schwächen: HAZ-Redakteur Karl Doeleke testet einen E-Scooter. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Ein, zwei schnelle Stöße mit dem Bein, dann mit dem Daumen einen kleinen Hebel an der rechten Seite der Lenkstange drücken – schon schiebt der Elektromotor am Hinterrad, und zwar druckvoll. Das Gefühl beim Start mit dem E-Scooter lässt sich gut mit einem Kinderwitz erklären: Was sagt die Schnecke, die auf einer Schildkröte reitet? „Huuuiiii!“

Seit Anfang der Woche sind die sogenannten E-Scooter offiziell für den Verkehr zugelassen. Das Umweltdruckhaus in Langenhagen hat schon einen und hat ihn der HAZ ausgeliehen. Der Moover von Metz ist das laut Hersteller erste Modell mit der Lizenz für die Straße.

Wie praktisch ist der Roller?

Wir haben ihn getestet: Wie fährt sich das Gerät? Wie fühlt es sich an, wenn man mit dem Roller neben Autos auf der Straße fahren muss, weil kein Radweg da ist? Wie schluckt das Ding Schlaglöcher, und kommt man ins Trudeln, wenn man eine Bordsteinkante überquert? Wie praktisch ist der Roller, wenn man ihn in der Stadtbahn mitnehmen will? Schließlich ist er für Pendler gedacht, die den letzten Kilometer zum Büro am Stau vorbei zurücklegen wollen.

Und auch nicht unwichtig: Wie viel Spaß macht es, mit dem E-Scooter durch die City zu rollen?

Die Antwort auf die letzte Frage zuerst: Es macht riesigen Spaß. Der Moover startet flott, und es macht Freude, an der Ampel den Fahrradfahrer neben einem stehen zu lassen. Allerdings: Die flotten Radler sind schnell wieder gleichauf und an einem vorbei – bei 20 Stundenkilometern ist Schluss auf den E-Scootern. Der Gesetzgeber wollte es so.

Es gibt eine Art Turboloch-Gefühl

Das ist der Moment, in dem sich erste Ernüchterung einstellt. Nach dem flinken Start hat man binnen weniger Sekunden eine Art Turboloch-Gefühl. Die Beschleunigung setzt aus und fortan surrt der Roller mit seinen 20 Kilometern pro Stunde zwar flott voran, aber man hätte gerne mehr. Mit den meisten Radfahrern rollt man bei dem Tempo aber entspannt mit. Auf Kopfsteinpflaster ruckelt es ordentlich, aber das tut es auf dem Fahrrad auch. Schlaglöcher und Bordsteine gehen direkt ins Kreuz, wenn man die Stöße nicht mit den Knien auffängt.

 

Der Wunsch nach mehr Tempo wird umso größer, wenn man auf der Straße unterwegs ist. Fahrradfahrer kennen das mulmige Gefühl, sich eine enge Fahrbahn mit Autos teilen zu müssen. Man glaubt die Ungeduld der Autofahrer hinter einem zu spüren – und dann stellt sich eine entscheidende Frage: Wie eigentlich den anderen klarmachen, dass man abbiegen will?

Der Scooter hat Heckleuchte und Scheinwerfer, aber keinen Blinker. Links abbiegen, klar: Linke Hand raus. Das wird dann kurz wackelig auf dem Roller. Aber nach rechts? Rechte Hand raus bedeutet, dass man vom Gas geht und mehr Tempo verliert, als einem lieb ist.

Der Roller ist schwer

Fehlt noch die Frage, wie praktisch der Moover im Nahverkehr ist. Eher nicht so. „Leicht und faltbar. Ideal, um ihn überall ganz easy mitzunehmen. Ins Büro, Kino oder zum Shoppen“, wirbt der Hersteller. Tatsächlich ist der Roller mit wenigen Handgriffen zusammengefaltet und lässt sich dann an der Lenkstange wie ein Koffer tragen. Die Wahrheit aber ist: Es ist ein verdammt schwerer Koffer. Der Moover ist zusammengefaltet einen Meter lang und einen halben Meter hoch. Aufpassen lautet die Devise – vor allem in der Stadtbahn, um dort niemanden anzurempeln. Und auch beim Shoppen ist das Gerät eher unpraktisch. Aber fahren will man den E-Scooter umso mehr. 25 Kilometer schafft man laut Hersteller mit einer Batterieladung.

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