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Stadt Hannover Wer kam 1989 aus der DDR nach Hannover?
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18:27 08.10.2019
Erschöpft, aber glücklich: DDR-Flüchtlinge kommen im Oktober 1989 aus Prag mit dem Zug im Laatzener Messebahnhof an. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Manche von ihnen waren mehr als 50 Stunden lang unterwegs. Viele kamen über die Prager Botschaft. Völlig erschöpft, aber auch voll ungebrochener Zuversicht kamen in der Nacht zum 5. November 1989 rund 1200 DDR-Übersiedler mit dem Zug am Laatzener Messebahnhof an. Freiwillige Helfer versorgten die Flüchtlinge dort mit dem Nötigsten, dann wurden diese auf Notunterkünfte verteilt.

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DIE HAZ SUCHT ZEITZEUGEN: Sind Sie selbst damals aus der DDR nach Hannover gekommen? Kamen Sie mit einem Flüchtlingszug an, haben in einer Notunterkunft gelebt? Oder kennen Sie jemanden, der das erlebt hat? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir wollen die Ereignisse von damals noch einmal in einem Bericht beleuchten. Einfach per Post an die HAZ, Lokalredaktion, 30148 Hannover, oder per E-Mail an hannover@haz.de, bitte jeweils unbedingt mit dem Stichwort „1989“.

Bewegende Bilder: DDR-Flüchtlinge im Oktober 1989 am Messebahnhof. Quelle: Rainer Dröse

Genau 30 Jahre nach den geschichtsträchtigen Ereignissen sucht die HAZ Zeitzeugen von damals: Zählten Sie zu jenen DDR-Bürgern, die seinerzeit in Kasernen, Schulen, Gaststätten oder im Bunker unter dem Hauptbahnhof einquartiert wurden? Haben Sie in Hannover Solidarität oder Ablehnung erlebt? Haben Sie womöglich deutsch-deutsche Freundschaften fürs Leben geschlossen? Was haben Sie sich von den 100 D-Mark Begrüßungsgeld gekauft? Wie empfanden Sie das Leben in der Stadt – verglichen mit dem Alltag im Osten? Und wie fällt Ihre Bilanz im Rückblick auf jene bewegende Zeit im Jahr 1989 aus?

In der Notunterkunft: Matthias Rehschuh und Frank Millscheck aus der DDR mit ihren Kindern im November 1989 im Übergangslager. Quelle: Neue Presse

In den Wochen vor dem Mauerfall waren die Massenproteste in der DDR immer größer geworden. Auch deshalb hatten sich viele Menschen fast spontan zur Flucht entschieden. „Wir fürchten, dass sie die Grenzen als Reaktion darauf wieder dichtmachen“, sagten damals Walter und Iris Bollow aus Berlin, die mit ihrem neun Jahre alten Sohn nach Hannover gekommen waren. Niemand wusste ja, welche Wendung die Geschichte nehmen würde.

Hundert Mark Begrüßungsgeld: Tausende DDR-Bürger kamen im Herbst 1989 nach Hannover. Quelle: Claudia Brebach

Zeitweise kamen damals in Hannover täglich mehrere Hundert Menschen an. In der überfüllten Bahnhofsmission wurde Nudelsuppe an DDR-Bürger ausgegeben. Etliche fanden bei Arbeitgebern wie der Hanomag rasch einen Job. Einige mussten aber auch lange in Notquartieren ausharren. Als dann die Mauer fiel, herrschte eine Atmosphäre allumfassender Verbrüderung: Autos aus dem Osten durften Parkhäuser umsonst benutzen. Die Stadtwerke richteten in ihrer Kfz-Werkstatt spontan eine Art Erste-Hilfe-Station für Trabis ein. Und Bahlsen verteilte auf dem Opernplatz tütenweise Kekse an DDR-Bürger – die den Kapitalismus so von seiner süßesten Seite kennenlernten.

Wir möchten Ihre Fotos und Erlebnisberichte gern veröffentlichen. Schicken Sie uns Ihre Erinnerungen an die HAZ-Lokalredaktion, 30148 Hannover, oder per E-Mail an hannover@haz.de, bitte jeweils unbedingt mit dem Stichwort „1989“. Wir freuen uns auf Ihre Zuschrift!

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