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Stadt Hannover Kircheneinrichtung geht nach Bosnien
Aus der Region Stadt Hannover Kircheneinrichtung geht nach Bosnien
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00:21 02.03.2019
„Wir sind froh, dass wir die Stücke bekommen haben“: Margret Engelking vor dem voll beladenen Laster, der die Kircheneinrichtung von St. Christophorus nach Bosnien bringt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Es ist ein tristes Bild: Die Bänke sind abgebaut, die Bilder von den Wänden verschwunden, im Kirchenschiff herrscht gespenstische Leere. Im Januar hat Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger das letzte christliche Gotteshaus in Stöcken mit einem letzten Gottesdienst entwidmet; die 60 Jahre alte St.-Christophorus-Kirche wird abgerissen.

„Ich habe ein Stück Heimat verloren“, sagt Uta-Maria Nieländer vom Kirchenvorstand. Die 66-Jährige zählte zu jenen, die vergeblich gegen die Schließung der katholischen Kirche protestiert hatten. An deren Eingang hängt noch das Transparent „St. Christophorus soll weiterleben“. Es zeugt von einem verlorenen Kampf – und wirkt doch zugleich wie eine Überschrift für das, was jetzt in der Moosbergstraße geschieht.

Kräftige Männer haben fast die komplette Inneneinrichtung aus dem Gotteshaus geschleppt und auf einem großen Sattelschlepper verstaut. Rund 40 Bänke, die Beichtstühle, die Bilder des Kreuzweges, zwei Lesepulte und der Seitenaltar, Osterleuchter, Altarkreuz und Deckenlampen ziehen um. Sie sollen im kleinen bosnischen Ort Mrkonjic Grad eine neue Heimat finden. Die St.-Philippus-und-Jakobus-Kirche dort hat im Bosnienkrieg schwer gelitten, jetzt wird sie renoviert – und dürfte künftig wie eine Kopie der Stöckener Kirche wirken, die es bald nicht mehr gibt.

Wie eine Organverpflanzung

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir die Kircheneinrichtung bekommen haben“, sagt Margret Engelking. Die Vorsitzende der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft hegt seit langem Kontakte zur bosnischen Diözese Banja Luka und hat den Umzug des Interieurs dorthin organisiert. Die katholische Kirche ist global präsent, und die Pfarrei St. Maria, zu der die Stöckener Kirche gehörte, hat Möbel und Kunstschätze an die Brüdern und Schwestern auf dem Balkan verschenkt.

„Es ist ein kleiner Trost, dass unsere Einrichtung weiter für Gottesdienste genutzt wird und künftig andere Gläubige in den Bänken beten“, sagt Uta-Maria Nieländer. Der Großumzug ist ein wenig wie eine Organverpflanzung. „Auch den Altar hätten die Bosnier gerne genommen“, sagt die Kirchenvorsteherin, „doch mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen war er für den Transport zu schwer.“

St. Christophorus wird abgerissen, schon im April kann die Genossenschaft Heimatwerk damit beginnen, auf dem Areal Wohnungen zu bauen. Der Taufstein der Kirche soll im Innenhof der Anlage einen neuen Platz finden, die Apostelkreuze und ein Kapellenfenster sollen ebenfalls in die Gebäude integriert werden.

Auch andere Teile der Einrichtung bleiben in Deutschland: Drei Statuen, darunter eine Gottesmutter, gehen als Dauerleihgabe ans Bistum Hildesheim. Andere Stücke, beispielsweise ein St.-Christophorus-Fenster des Kölner Künstlers Franz Pauli, werden in einer neuen Kapelle der Kirche St. Hedwig in Vinnhorst einen Platz finden. Doch das Gros der Einrichtung dient künftig bosnischen Christen. „Vielleicht fahren wir einmal dorthin“, sagt Uta-Maria Nieländer, „und sehen uns an, was aus unserer Kircheneinrichtung geworden ist.“

Von Simon Benne

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