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Stadt Hannover Entsorger Tönsmeier investiert fünf Millionen Euro
Aus der Region Stadt Hannover Entsorger Tönsmeier investiert fünf Millionen Euro
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00:41 22.03.2018
Das Firmengelände von Tönsmeier liegt an der Kreisstraße in Misburg. Quelle: Haase
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Hannover

 Das 1927 gegründete Familienunternehmen Tönsmeier mit Sitz in Porta Westfalica hatte 2006 die Misburger Entsorgungsfirma Pape übernommen und seitdem am Standort an der Kreisstraße kräftig investiert. Jetzt kommen weitere 5 Millionen Euro hinzu. „Wir bauen eine vollautomatisierte Sortieranlage für gemischte Gewerbeabfälle“, sagt Hartmut Winck, Geschäftsführer für den Bereich Niedersachsen. Nach seinen Angaben ist es die bislang einzige ihrer Art in einem Einzugsgebiet von knapp 200 Kilometern.

Die Tönsmeier-Gruppe sammelt von Firmen, Privatkunden oder für öffentliche Auftraggeber Abfall und Wertstoffe wie Papier, Glas, Kunststoffe, Schrott, Metalle, Bauschutt und Bodenmaterial zur Aufarbeitung oder zur Entsorgung. Was nicht verwertet werden kann, geht zum Teil als Ersatzbrennstoff in die 2010 in Betrieb genommene Energieanlage im sachsen-anhaltinischen Bernburg, die wiederum Prozessdampf für die industrielle Nutzung produziert.

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Hintergrund für die Investition in Misburg ist, dass der Gesetzgeber die Vorschriften zur Behandlung von gemischten Gewerbeabfällen verschärft. „Bisher musste noch viel von Mitarbeitern per Hand sortiert werden“, erklärt Winck. Das soll nun entfallen. Die Anlage bläst leichtes Material aus, trennt Holz und Steine, entfernt Metalle per Magnetabscheider und identifiziert heizwertreiche Anteile durch Infrarotsysteme. „Die Kapazität liegt bei 20 Tonnen Material pro Stunde“, sagt Betriebsleiter Heiko Liebmann.

Mit der Anschaffung kann Tönsmeier laut Winck mögliche Auftragsverluste kompensieren. Die entstehen, wenn die Unternehmensgruppe Hagedorn ebenfalls in Misburg auf dem Grundstück, auf dem früher der Industrierußhersteller Columbian ansässig war, ein sogenanntes Wertstoffzentrum baut. Hagedorn will dort Abbruchmaterial aus Hoch- und Tiefbau für die Wiederverwertung im Straßenbau aufarbeiten und per Schiff zu den Hauptabnehmern in den Niederlanden transportieren. Zurzeit läuft das Genehmigungsverfahren für dieses Projekt. Verläuft es wie geplant, wird Hagedorn das Wertstoffzentrum Ende 2019 in Betrieb nehmen.

Ein Teil des Materials, das Hagedorn bald selbst behandeln will, ging bisher an Tönsmeier. „Bei uns wird es trotzdem nicht weniger“, betont Winck. Die Sortieranlage kann bei voller Auslastung rund 70.000 Tonnen pro Jahr verarbeiten, und der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass diese Marke erreicht wird. Manche Misburger werden das mit sehr gemischten Gefühlen betrachten, denn der für den Stadtteil belastende Schwerlastverkehr dürfte insgesamt eher zu- als abnehmen.

Auf dem Gelände an der Kreisstraße steht noch eine weitere Neuansiedlung ins Haus. Die Firma Strabag will dort als Mieter im demnächst eine Anlage zur Aufbereitung von Gipskartonplatten in Betrieb gehen lassen. Tönsmeier selbst unterhält am Standort eine Verwaltungszentrale sowie die Tochterfirma Paropa, die auf Aktenvernichtung spezialisiert ist. Insgesamt kommt die Gruppe aus Porta Westfalica auf einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro und beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter. 150 von ihnen sind in Misburg tätig.

Von Bernd Haase

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