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Stadt Hannover Großbaustelle gräbt Kleingärtnern in Hannover das Wasser ab
Aus der Region Stadt Hannover Großbaustelle gräbt Kleingärtnern in Hannover das Wasser ab
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20:22 21.07.2019
Kein Tropfen kommt mehr aus dem Schlauch: Helga Damerius in dem Kleingarten neben der Baustelle des Vitalquartiers am Annastift. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Rosenblätter werden welk, das Gemüse wächst nicht mehr: Zahlreiche Kleingärtner in Bemerode haben trockene Brunnen, weil direkt neben ihrer Anlage ein Neubaugebiet entsteht – für die Fundamentarbeiten wurde das Grundwasser abgesenkt. Etwa zwei Dutzend Brunnen sind trocken, seit im Vitalquartier die Tiefbauarbeiten für gut 400 neue Reihenhäuser und Wohnungen begonnen haben. Kleingärtnerin Gabriele Ehlers und ihre Mutter Helga Damerius sind sauer. „So etwas muss doch schon im Vorfeld geregelt werden“, sagt Ehlers.

Trockener Frühsommer: Hannovers Kleingärtner kämpfen mit Wassermangel

Tatsächlich kämpfen Gartenfreunde überall in Hannover und im Umland mit einem Mangel an oberflächennahem Grundwasser wegen des zu trockenen Frühsommers. Der Bezirksverband der hannoverschen Kleingärtner hat bereits die Bitte an alle Kolonien herausgeschickt, keine Rasenflächen mehr zu wässern, damit mehr für das Gemüse bleibt. Wenn jedoch Baustellen in direkter Nachbarschaft sind und durch dauerhaftes Abpumpen den Wasserspiegel im Erdreich senken, helfen alle Sparmaßnahmen nichts.

Hier bleibt das Wasser der Kleingärtner derzeit: Auf der Baustelle des Vitalquartiers am Rande von Mittelfeld wird das Grundwasser abgepumpt, damit die Baugruben nicht volllaufen. Quelle: Katrin Kutter

Tiefbauchef will Abhilfe schaffen

Auf der Baustelle des Vitalquartiers ist Tiefbauchef Oliver Bertram vergangene Woche vom Vorstand der Bemeroder Kleingärtner auf das Problem aufmerksam gemacht geworden – und hat einen eigentlich einfachen, im Ergebnis aber sehr effektiven Plan entwickelt. „Da wir das Wasser ja sowieso abpumpen, können wir es den Kleingärtnern auch in Tanks zur Verfügung stellen.“

Enteisenungsanlage nötig

Ganz so einfach ist der Vorgang allerdings nicht. Weil das Wasser unter der Baufläche stark eisenhaltig ist, muss seine Baufirma, die Hanseatische Immobilien-Treuhand, eine Enteisenungsanlage anschaffen. Rohre müssen verlegt und Tanks mit 2000 Litern Fassungsvermögen besorgt werden. „Das gesamte Projekt kostet etwa 10.000 Euro“, sagt Bertram. Gegen Ende dieser Woche, sagt Bertram, könnten die Kleingärtner wieder Wasser beziehen. Sie sollen dann selbst mit einem Ventil die Tanks nachfüllen können. Das nicht verbrauchte Wasser wird an anderer Stelle abgeleitet.

Die Information über den Wassermangel am Schwarzen Brett des Kleingartenvereins Bemerode. Im nächsten Jahr könnten andere Gärten aus dem Gebiet betroffen sein, weil dann der zweite Bauabschnitt im Vitalquartier beginnt. Quelle: Katrin Kutter

Weitere Bauabschnitte folgen im Vitalquartier

„Für mich zählt, dass wir mit den Nachbarn langfristig gut zusammenleben können“, sagt der Tiefbauchef. Kein Wunder: Aktuell befindet sich das Vitalquartier neben dem Hochhaus des Annastifts im ersten Bauabschnitt. Im kommenden Jahr werden noch mehr Baustellen ausgehoben. „Dann werden andere Kleingärtner betroffen sein“, sagt Bertram. Voraussichtlich würden die Arbeiten aber später im Jahr stattfinden, sodass die Sommertrockenheit nicht so viele Probleme bereiten werde.

Zum Weiterlesen:

So sollen die Neubauten im Vitalquartier aussehen

So laufen die Arbeiten im Vitalquartier

Von Conrad von Meding

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