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Stadt Hannover Ärger über aufdringliche Spendensammler: "Das vergrault die Kunden"
Aus der Region Stadt Hannover Ärger über aufdringliche Spendensammler: "Das vergrault die Kunden"
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00:18 30.12.2018
Gegen den Verein Mobile Tierrettung wurde in einigen Bundesländern ein Sammelverbot ausgesprochen – in Niedersachsen nicht. Insgesamt steigt die Zahl der Info- und Sammelstände in den Fußgängerzonen. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Die Kaufleute in der Innenstadt sind erheblich verärgert über die sogenannten Infostände. An ihnen werben Organisationen wie zum Beispiel das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, die Kindernothilfe oder der Umweltschutzverband BUND um Mitgliedschaften. „Das vergrault die Kunden“, sagt der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Martin Prenzler. Viele Kunden seien genervt, betont er.

Wenn sich die Mitarbeiter der Infostände an die Regeln der Stadt halten würden, wäre es wahrscheinlich viel leichter zu ertragen. Aber oftmals sprängen die Mitarbeiter regelrecht vor die Passanten oder stellten sich ihnen in den Weg, um sie in ein Gespräch zu verwickeln. Ziel sei die Unterschrift unter eine Mitgliedserklärung bei der jeweiligen Organisation, berichtet der City-Manager. Viele würden erst später merken, dass die Organisation dann regelmäßig Geld vom Konto abbucht.

Bis ins Geschäft verfolgt

Die Stände werden oft von Firmen betrieben, die mehrere Organisationen und Vereine zu ihren Kunden zählen. Die Mitarbeiter kassierten eine Provision und seien deshalb besonders hartnäckig auf der Jagd nach Unterschriften. Es komme nicht selten vor, dass sie die Passanten bis in die Geschäfte verfolgten um sie dort dann zur Unterschrift zu drängen. Nach der Beobachtung von Prenzler wechseln die Stände täglich das Logo und die Mitarbeiter ihre bunten Shirts. „Einen Tag arbeiten die für Unicef, den nächsten dann für World-Vision“, berichtet er.

Bei der Stadt gingen pro Woche zwei bis drei Beschwerden über die Infostände ein, berichtet Rathaussprecherin Christine Merzbach. Die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes kümmerten sich dann um die Beschwerden. Sollten die Auflagen nicht eingehalten werden, werde der weitere Betrieb des Standes untersagt. Zu den Auflagen gehört, dass Passanten nur dann angesprochen werden dürfen, wenn sie ein deutliches Interesse bekunden. Es ist unter anderem nicht erlaubt, Passanten aufzuhalten oder ihnen Informationsmaterial in die Hand zu drücken. Nach Beobachtung von Prenzler wird dagegen allerdings ständig verstoßen. Außerdem stellt er auch immer wieder fest, dass die Stände nicht an den genehmigten Orten sondern unmittelbar in die Laufwege der Kunden aufgestellt werden.

Ein ständig wachsendes Geschäft

Offenbar sind die Spendensammelstände ein ständig wachsendes Geschäft: Gab es im vergangenen Jahr Genehmigungen für 147 Tage, hat das städtische Sport- und Eventmanagement in diesem Jahr für 172 Tage Genehmigungen erteilt, berichtet Rathaussprecherin Merzbach. Insgesamt stehen in der City und in der Lister Meile 35 Plätze zur Verfügung, die jedoch wegen besonderer Veranstaltungen, zum Beispiel dem Weihnachtsmarkt nicht immer alle vergeben werden können. Nie seien alle Plätze gleichzeitig belegt, erläutert die Sprecherin, in Spitzenzeiten seien bis zu neun Informationsstände zeitgleich in der Stadt aktiv.

Nach Angaben von Tim Rohde, Sprecher von Unicef Deutschland, werden stellt das Kinderhilfswerk Info- und Werbestände in enger Abstimmung mit der Stadt auf. Mitarbeiter würden regelmäßig zur Arbeit von Unicef als auch zu Verhaltensetiketten an den Ständen geschult. „Die Teilnahme ist verpflichtend“, sagt Rohde. Passanten dürften nicht überrumpelt, aggressiv angegangen oder unter Druck gesetzt werden. Die Einhaltung der Regeln werde stichprobenartig überprüft. „In sehr seltenen Fällen kommt es zu Beschwerden“, erklärt Rohde. Darauf werde umgehend reagiert, etwa durch Nachschulungen. Bei großen Verstößen dürften die betroffenen Mitarbeiter nicht mehr für Unicef arbeiten.

Von Mathias Klein

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