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Stadt Hannover Kurden protestieren in Hannover gegen türkische Militäroffensive in Nordsyrien
Aus der Region Stadt Hannover Kurden protestieren in Hannover gegen türkische Militäroffensive in Nordsyrien
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18:56 10.10.2019
Rund 1000 Demonstranten sind am Donnerstagabend durch Hannovers Innenstadt gezogen, um gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien zu protestieren. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

Die Proteste in Hannover gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien bekommen weiteren Zulauf: Einen Tag nach der Demonstration vor dem türkischen Konsulat haben sich am Donnerstagabend auf dem Ernst-August-Platz und am Kröpcke noch einmal rund 1000 Kurden und Gegner der militärischen Luftschläge versammelt, um ihre entschiedene Ablehnung gegen die türkische Offensive gegen die kurdischen Milizen zum Ausdruck zu bringen. Unter lauten „Terrorist Erdogan“-Rufen zogen die Protestler zum Steintorplatz und zurück zum Hauptbahnhof. Nach Polizeiangaben schlossen sich rund 1000 Menschen der Demonstration an.

Vorläufiger Höhepunkt der täglichen Protestaktionen soll am Sonnabend um 14 Uhr eine Demonstration mit Kundgebung vor dem Hauptbahnhof sein. Dazu erwartet das Demokratische Gesellschaftszentrums der Kurden in Hannover (Nav-Dem) Tausende Teilnehmer. „Wir mobilisieren auch Kurden und Sympathisanten aus Hildesheim, Braunschweig und Salzgitter. Wir rufen aber auch alle anderen Gegner dieser türkischen Militäroffensive in Nordsyrien zur Teilnahme an den Aktionen auf“, sagte Nav-Dem-Sprecherin Ayfer Kahraman am Donnerstag kurz nach dem Demoauftakt am Ernst-August-Platz.

Auf dem Ernst-August-Platz protestieren Kurden gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Quelle: Christian Elsner

Nav-Dem fordert mit den Protestaktionen einen Stopp der militärischen Angriffe gegen kurdische Milizen in der nordsyrischen Provinz Rojava. Die USA hätten mit ihrem Truppenabzug dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan quasi grünes Licht für einen völkerrechtswidrigen Krieg und eine humanitäre Katastrophe gegeben, sagte Kahraman. Sie forderte internationale Hilfe von demokratischen Kräften, Menschenrechtlern und Friedensaktivisten. „Die Kurden, die in den vergangenen Jahren unter großen Opfern den militärischen Sieg über die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) errungen haben, fühlen sich von der Staatengemeinschaft im Stich gelassen“, sagte sie. Die Folge einer türkischen Besetzung Nordsyriens würden ein Wiedererstarken des IS und ein Aufflammen der Terrorgefahr auf der ganzen Welt sein.

Militäroffensive führt zu größerem Protest

Ursprünglich hatte der kurdische Verein seine Aktionen schon tagelang vor dem Auftakt geplant. Aufgrund der aktuellen Brisanz durch die türkische Militäroffensive sei der Protest jedoch am Donnerstagabend ausgeweitet worden. „Deshalb haben wir zusätzlich zu der Informationsaktion auch noch zur einer Kundgebung aufgerufen“, sagte Kahraman.

Auch international wird das Vorgehen der Türkei scharf kritisiert. Ziel der türkischen Operation ist die kurdische YPG-Miliz, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. Außerdem will die Türkei die Kurdenmilizen aus der Grenzregion vertreiben und dort in einer sogenannten „Sicherheitszone“ Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei und Europa leben. „Wir verurteilen die Kriegsoffensive der Türkei als Völkerrechtsbruch“, teilte der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm am Donnerstagnachmittag mit.

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