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Stadt Hannover Prominente lesen für Flüchtlingshelfer
Aus der Region Stadt Hannover Prominente lesen für Flüchtlingshelfer
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00:21 14.01.2019
Zeichen der Solidarität: In der Marktkirche lasen unter anderem Victor Perli, Renate Blanke, Ralf Meister, Sylvia Grünhagen, Volker Lessing, Alptekin Kirci und Marina Jalowaja. Foto: Samantha Franson Quelle: Samantha Franson
Hannover

Es sind erschütternde Schilderungen. Berichte von weinenden Kindern, verzweifelten Menschen und einer Katastrophe, die eigentlich absehbar war. Rund 370 Menschen starben am 3. Oktober 2013 beim Untergang eines Flüchtlingsschiffes nur 800 Meter vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa. Gut zwei Dutzend Prominente haben Überlebenden, Helfern und anderen Beteiligten des Geschehens jetzt in der Marktkirche eine Stimme gegeben: In der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ trugen sie ihre Berichte wortgetreu vor.

„Wie die Seenotrettung in Mittelmeer gehandhabt wird, ist eine Schande für Europa“, sagt Landesbischof Ralf Meister: „Es ist ein Versagen der EU, dass sie es seit Jahren nicht schafft, die Situation der Flüchtlinge dort zu verbessern.“

Meister hat in der von Antonio Umberto Riccò initiierten Lesung die Rolle des italienischen Fischers Carmine übernommen, der die Schreie der Menschen im Wasser anfangs für Geräusche von Vögeln hielt – bis er erkannte, dass um sein Boot herum Hunderte von Flüchtlingen schwammen. Er zog so viele von ihnen an Bord wie er konnte. „Wenn du jemanden vor dir hast, der am Ertrinken ist, kannst du nichts anderes tun als ihn rausziehen“, heißt es in seinem Bericht.

Hilfe für die Helfer

An der Lesung, die musikalisch von Francesco Impastato umflort wurde, beteiligten sich Politiker von CDU, FDP, SPD und Linken ebenso wie Schauspieler Willi Schlüter und Sängerin Ayda, die Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf, Propst Martin Tenge und der Gewerkschafter Mehrdas Payandeh. Eine große Allianz von Helfershelfern; im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Aktivisten der Flüchtlingshilfsorganisation „Jugend rettet“ sind seit einiger Zeit selbst auf Hilfe angewiesen.

Nach eigenen Angaben haben die 20 meist noch sehr jungen Aktivisten mehr als 14 000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet, dann wurde ihr eigenes Schiff, die Iuventà, im August 2017 bei Lampedusa von italienischen Behörden beschlagnahmt. Der Vorwurf: Sie sollen mit libyschen Schlepperbanden zusammengearbeitet haben. In Italien kommen immer wieder Menschen vor Gericht, die Flüchtlinge aus dem Meer fischen; sie werden der Beihilfe zur illegalen Migration verdächtigt.

„Wir haben uns immer an das internationale Seerecht gehalten, unsere Mission war es, Menschen vor dem Ertrinken zu retten“, versichert der 29-jährige Jugend-rettet-Vertreter Aram Ali in der Marktkirche. Hinter dem Verfahren vermutet er eine politische Kampagne rechter Gruppen in Italien. Den Flüchtlingshelfern drohen nun kostspielige und langwierige Prozesse. Die Spenden der rund 300 Besucher in der Marktkirche sind für sie gedacht.

Von Simon Benne

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