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Stadt Hannover Marktkirche gedenkt friedlicher Revolution von 1989
Aus der Region Stadt Hannover Marktkirche gedenkt friedlicher Revolution von 1989
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21:58 09.10.2019
Würdigen die Zivilcourage der Menschen in der DDR: Stephan Bickhardt, Kirchenpfarrerin Hanna Kreisel-Liebermann und die frühere Landesbischöfin Margot Käßmann (v.l.) erinnern an den 9. Oktober 1989. Quelle: Foto: Clemens Heidrich
Hannover

Gedenken an die friedliche Revolution in der DDR: In der Marktkirche haben am Mittwoch die frühere Landesbischöfin Margot Käßmann, der Direktor der evangelischen Akademie Meißen, Stephan Bickhardt, und Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann an die Ereignisse des 9. Oktober 1989 erinnert.

Im Westen habe man damals die Montagsdemonstrationen in Leipzig besorgt verfolgt, berichtete Käßmann. „Viele von uns haben gebetet, dass alles gut geht.“ Angesichts der blutigen Niederschlagung der Demonstration auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking sei die Stimmung angespannt gewesen. „Auch ich hatte Angst“, sagte Käßmann. „Da war aber auch Staunen“. Sie habe damals gedacht: „Donnerwetter, was für eine Zivilcourage,“ erinnerte sich Käßmann. Für sie ist die Revolution eine gesamtdeutsche Geschichte. „Wir wollen doch auch im Westen daran erinnern.“ Dabei sei es wichtig, dass man in Westdeutschland mit Respekt auf den Mut der Protestierenden blicke.

„Sieg der Gewaltfreiheit“

Aus Wittenberge verfolgte der DDR-Bürgerrechtler Bickhardt das Geschehen. Die Nachricht, dass kein Blut geflossen war und die Demonstrationen friedlich geblieben sind, sei eine große Erleichterung gewesen. „Für uns, die wir in der Opposition waren, ist das ein großer Tag – das darf man sagen – des Sieges der Gewaltfreiheit. Unvergesslich.“

Solidarität mit den jüdischen Gemeinden

Doch das Gedenken an eine Revolution ohne Gewalt wurde von den Nachrichten aus Halle in Sachsen-Anhalt überschattet. Dort hat ein Attentäter vor einer Synagoge und danach in einem Döner-Imbiss zwei Menschen getötet und mindestens zwei weitere Personen verletzt. „Das macht mich zornig. Das erschüttert mich zutiefst. Das macht mich traurig“, sagte Kreisel-Liebermann. Daher traten die Christen nach der Veranstaltung nicht nur einen Gedenkzug in Erinnerung an die Revolution von 1989 an – sie bekundeten auf ihrem Weg auch ihre Solidarität mit den jüdischen Gemeinden.

Info

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ statt. Diese richtet sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus. Auf der Website gibt es weitere Informationen und Termine von kommenden Veranstaltungen.

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