Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Stadtfest geht über die Bühne – trotz Diskussionen um Zuschuss
Aus der Region Stadt Hannover Stadtfest geht über die Bühne – trotz Diskussionen um Zuschuss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.04.2019
Auch ein Feuerwerk ist wieder Bestandteil des Programms Quelle: Christian Behrens
Misburg

Das Stadtfest kann auch in diesem Jahr wie geplant von Freitag, 24. Mai, bis Sonntag, 26. Mai, an Meyers Garten über die Bühne gehen. Die Sause war zuvor gefährdet, weil es politischen Zank im Bezirksrat über die Höhe des öffentlichen Zuschusses gegeben hatte. Der wurde letztlich gegenüber der beantragten und im vergangenen Jahr auch bewilligten Summe um 2000 auf jetzt 4000 Euro gekürzt. Zeitweilig stand sogar im Raum, nur 2200 Euro zu gewähren.

„Zu diesem Betrag hätten wir das Fest nicht organisieren können“, sagt Nathalie Schneider von der Veranstaltungsagentur Trend ID und verweist auf Kosten für Sicherheit und Ordnung, Sanitär, Personal, Gagen und Gema-Gebühren.

„Wir stellen jetzt ein Programm zusammen, das zu dem Budget passt“, sagt Schneider. In seinen Grundzügen steht dieses Programm. So soll es wieder ein Feuerwerk zum Abschluss des Eröffnungstages geben. Beim Musikprogramm setzt Trend ID auf Vielfalt; die hannoversche Sängerin Louisa Jones, einst im Fernsehen bei der Show „Voice of Germany“ unterwegs, sowie die Coverband Replay sind bereits engagiert. Eine Neunzigerjahreparty steht an, Fahrgeschäfte und Gastronomiestände werden aufgebaut, ein Festumzug und ein fünf Kilometer langer Stadtfestlauf sind ebenfalls vorgesehen.

Das Fest als solches findet auch die CDU gut, aber sie stößt sich an der Finanzierung und an deren Zustandekommen. „6000 Euro wären 10 Prozent der gesamten Mittel, die der Bezirksrat zur Verfügung hat“, sagt Fraktionschef Patrick Hoare. Deshalb habe man sich in der Arbeitsgemeinschaft Finanzen des Gremiums, in der alle Fraktionen vertreten sind, einstimmig auf 2200 Euro geeinigt.

„Zwei Tage später kommt dann die SPD mit einem neuen Antrag und 4000 Euro Zuschuss um die Ecke. Das ist ein ungeheuerliches Vorgehen, ein Verstoß gegen gute Sitten und führt die Idee der Finanz AG ad absurdum“, wetterte Hoare. Sein Fraktionskollege Mike Weidemann attestierte der SPD interne Abstimmungsprobleme.

CDU lehnt Zuschüsse künftig ab

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Selberg, die sich in der Finanz AG von Fraktionskollege Reinhart Ederhof hatte vertreten lassen, sagte, sie habe „gewusst, dass ich dafür Schläge bekomme“. Es sei ihr darum gegangen, das Stadtfest zu retten. Auch habe sie vor der Bezirksratssitzung noch eine E-Mail an die anderen Fraktionen verschickt und ihre Beweggründe dargelegt. Darauf habe es jedoch keine Resonanz gegeben. „Das ist in der Finanz AG nicht gut gelaufen“, resümierte Insa Bockentin-Müller (FDP).

Das Ende vom Lied: Der Bezirksrat gewährte einstimmig bei zwei Enthaltungen der CDU-Politiker André Becker und Hannes Amelung die 4000 Euro. Fraktionschef Hoare machte jedoch deutlich, dass seine Fraktion künftig jedwede Bezuschussung aus Mitteln des Bezirksrats ablehnen werde. „Das Stadtfest muss sich durch Sponsoren und Einnahmen selbst tragen“, erklärte er.

Kommentar: Planungssicherheit ist erforderlich

Das Misburger Stadtfest soll erhalten bleiben, darüber sind sich alle einig. Die Geister scheiden sich an den Kosten und dem Anteil, der aus den Zuschüssen des Bezirksrats kommt. Dieser Topf ist kein unerschöpfliches Füllhorn. Es gibt viele Vereine, Verbände und Initiativen, die Ansprüche anmelden und diese in der Regel gut begründen können.

Ganz ohne Unterstützung ist das Stadtfest nicht durchzuführen, das hat die Veranstaltungsagentur deutlich gemacht. Wenn die CDU kein Geld mehr herausrücken will, gibt es zunächst zwei Möglichkeiten: Entweder kommt ein neuer Sponsor um die Ecke, oder die anstehende Sause Ende Mai ist die letzte ihrer Art. Eine Alternative wäre, darüber nachzudenken, wie viel Stadtfest sein darf. Wirklich drei Tage? Abstriche beim Bühnenprogramm? Ansätze gäbe es. Darüber und über das entsprechende Budget müssen alle Beteiligten rechtzeitig reden, um Planungssicherheit zu schaffen und ein Hickhack wie in diesem Jahr zu vermeiden.

Von Bernd Haase

An mehreren Orten in Hannover will die Stadtverwaltung die Zahl der Tauben reduzieren. Geplant ist, Taubenschläge einzurichten, in denen Eier entnommen und durch Attrappen ersetzt werden .

16.04.2019

Der Umzug der Roma vom Burgweg in die Podbi stößt in der Politik auf harsche Kritik. Die Vorwürfe reichen von Konzeptlosigkeit bis hin zur Befürchtung, dass die Konzentration so vieler Roma an einem Ort zu neuem Ärger führt.

19.04.2019

Hannovers prominenster Schwanenbrutplatz am Maschteich hinter dem Rathaus ist wieder besetzt. Die Stadt hat um das Nest auf der Uferseite vor dem Landesmuseum einen Schutzzaun aufgestellt.

16.04.2019