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Stadt Hannover Organisator weist Kritik an Kunstpreis Worpswede zurück
Aus der Region Stadt Hannover Organisator weist Kritik an Kunstpreis Worpswede zurück
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21:28 11.10.2019
Eigens aus der Ukraine angereist: Preisträgerin Olena Derda mit Albin Homeyer vor ihrem Werk „Nocturne für die kleine Stadt“. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Sie schaut sich zwischen den Kunstwerken um. Gemälde, Plastiken, Zeichnungen – im Kunstsalon Villa Artista ist ein breites Spektrum an Arbeiten ausgestellt. Eigentlich seien hier schon schöne Sachen dabei, sagt Silvia Zschockelt. „Und trotzdem bin ich mit gemischten Gefühlen angereist.“ Die Künstlerin aus Melle hat sich mit zwei Collagen am Wettbewerb um den Kunstpreis Worpswede beteiligt. Erst danach las sie, dass andere Künstler diesen für hochgradig unseriös halten: Vor zwei Jahren bekamen Teilnehmer ihre Preisgelder nicht ausgezahlt, der Wettbewerb endete im juristischen Hickhack. „Hätte ich das gewusst, hätte ich mir noch einmal überlegt, ob ich mitmache“, sagt sie.

Sekt bei der Vernissage

Bei der Preisverleihung in der Villa Artista herrscht dennoch dichtes Gedränge. Es gibt Sekt und feierliche Reden. Man hört viele osteuropäische Sprachfetzen. Vom Skandal haben die ausländischen Teilnehmer noch gar nichts gehört. „Künstler aus 14 Nationen haben 120 Werke eingereicht“, sagt Organisator Albin Homeyer stolz.

Vor zwei Jahren waren es noch 800 Werke gewesen. „Aber die Vergangenheit wird man nicht so schnell los“, sagt Homeyer. Dabei gebe es den Veranstalterverein von 2017 gar nicht mehr. Homeyer vergibt den Preis jetzt über den Verein Der Spieker-Baustil e.V. „Und auch der wird den Preis im kommenden Jahr nicht mehr ausloben“, sagt er. Das werde dann seine in Goslar gegründete Firma Wilhelmstein Art tun.

Dass die Gemeinde Worpswede ihren Namen am liebsten gar nicht für seinen Preis hergeben möchte, kann Homeyer nicht verstehen: „Die Leute denken dort zu klein“, sagt er. Schließlich gehe es um einen internationalen Preis. Er selbst denkt nicht klein, darum will er künftig auch noch den „Kunstpreis Deutschland“ vergeben. „Juristisch ist der Name Deutschland genauso wenig geschützt wie der Name Worpswede“, weiß er.

Preis für ukrainische Künstlerin

Die Preisverleihung wirkt dann etwas selbst gestrickt. Das Mikro geht nicht. Moderatorin Elina Hettich, selbst Künstlerin und Studentin des Eventmanagements, dankt Homeyer für sein Durchhaltevermögen trotz aller Kritik. Als Claus-Peter Enders vom Freundeskreis Hannover, kostümiert als König Georg V., die Siegerin ehren will, fällt die Medaille zu Boden. Prämiert wird Olena Derda, die eine Textilcollage namens „Nocturne für die kleine Stadt“ eingereicht hat. Sie dankt höflich.

Die Ukrainerin ist eigens aus dem fernen Ushgorod angereist. Ein Preisgeld bekommt sie nicht. Dafür hat sie eine Bearbeitungsgebühr von 35 Euro bezahlen müssen, um mitmachen zu können. Die Einnahmen reichten bei Weitem nicht, um die Kosten zu decken, versichert Homeyer. Und um junge Talente zu fördern, zahlten Künstler unter 35 Jahren nichts. Die allerdings sind bei der Vernissage spärlich gesät.

Die Ausstellung ist in der Villa Artista, Blücherstraße 7, bis zum 10. November jeweils mittwochs und sonntags von 15 bis 18.30 Uhr zu sehen.

Von Simon Benne

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