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Stadt Hannover Riesiger Kaugummiautomat kommt an den Ballhof
Aus der Region Stadt Hannover Riesiger Kaugummiautomat kommt an den Ballhof
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00:28 29.06.2019
2015 stand das Kunstwerk „Kaugummiautomat“ vor der Bundeskunsthalle in Bonn. In etwas abgewandelter Form wird es in wenigen Wochen auch den Ballhofplatz von Hannover zieren – aber nur bis November. Quelle: privat
Mitte

 Auf dem Ballhofplatz wird bald ein neues Kunstwerk installiert werden, das niemand übersehen kann: ein 4,60 Meter hoher „Kaugummiautomat“. Kreiert hat die Skulptur die in Hannover ansässige Künstlerin Leona Boltes (31), beteiligt sind auch die Architekten Erol Slowy (36) und Florian Dachauer (34) von der Kunstgalerie Stadtartist am Ballhofplatz 3, in deren Nähe das stählerne Ungetüm aufgebaut werden soll.

Die Künstlerin und die Galeristen kümmern sich um die Finanzierung des Projekts, außerdem wird der „Kaugummiautomat“ nur drei bis sechs Monate – längstens bis zum 10. November 2019 – an diesem Standort stehen. Der Bezirksrat Mitte hat die temporäre Aufstellung des Kunstwerks in seiner vergangenen Sitzung einmütig gebilligt.

„Neue kindliche Sichtweise auf die Stadt“

Am unteren Ende des Kunst-Silos befindet sich tatsächlich ein kleiner Kaugummiautomat. Hier kann man für einen Euro eine Kaugummikugel nebst kleiner Überraschung ziehen; die Einnahmen sind für ein gemeinnütziges Projekt bestimmt.

Die Skulptur, so sagen Boltes und die Galeristen, könne von allen Altersschichten genutzt werden, sie lade ganz bewusst zum Mitmachen ein. „Durch das robuste äußere Erscheinungsbild wird ein Spannungsfeld zum bestehenden Ballhofplatz geschaffen und ein neuer, ungewohnter Blickwinkel auf den Platz ermöglicht“, heißt es in der Projektbeschreibung. Auch ergebe sich aus der Funktionalität des Kunstwerks eine „neue kindliche Sichtweise auf die Stadt, den Platz und das Stadtleben“.

Bürokratie: Vorher wurde der Winddruck geprüft

Der Kaugummi-Silo hat schon an verschiedenen Orten gestanden, beispielsweise vor der Bundeskunsthalle in Bonn oder in der Kunstgalerie der Nord/LB in Hannover. Vor einem Jahr empfahl das hannoversche Gremium „Kunst im öffentlichen Raum“, das Werk für drei bis sechs Monate in der Innenstadt unter freiem Himmel zu installieren.

„Es sind viele Genehmigungen notwendig, auch müssen vor der Aufstellung Winddruck und Verkehrslasten berechnet werden, damit die Skulptur sicher steht“, beschreibt Erol Slowy die Mühen im Vorfeld einer solchen Kunstinstallation.

Kleben die Kaugummis das Pflaster voll?

FDP-Politiker Wilfried Engelke äußerte in der Bezirksratssitzung die Befürchtung, dass der vermehrte Konsum von bunten Kugeln aus dem Silo dazu beitragen könnte, die empfindlichen Pflastersteine in der hannoverschen Innenstadt mit weiteren ausgespuckten Kaugummis zu verunstalten – was noch mehr Reinigungskosten nach sich ziehe.

Doch hier hatte Leona Boltes gleich einen Vorschlag parat: Ihrer Kaugummis überdrüssige Kunstfreunde könnten die klebrigen Reste in der Galerie Stadtartist abgeben, und später werde sie daraus Neues formen.

Auch wurden in der Runde Stimmen laut, dass der „Kaugummiautomat“ nicht bei allen Betrachtern auf ungeteilte Zustimmung stoßen könnte. Doch das scheinen die Initiatoren sportlich zu nehmen: Protest gehöre zu solch einem Werk dazu. Und sollten andere Künstler den Metalltrichter mit Graffiti verzieren, so Boltes, habe sie damit auch keine Probleme.

Von Michael Zgoll

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