Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Hannover: Rückzugsraum für Trinker am Raschplatz bleibt bis Ende 2020
Aus der Region Stadt Hannover Hannover: Rückzugsraum für Trinker am Raschplatz bleibt bis Ende 2020
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:27 15.10.2018
Raschplatz: Das Projekt Kompass der Diakonie wendet sich an Menschen in sozialer Notlage. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die vor fast genau einem Jahr gegründete Anlaufstelle für wohnungslose Trinker am Raschplatz, „Kompass“ oder auch „Trinkraum“ genannt, soll zunächst bis Ende Dezember 2020 bestehen bleiben. Das hat der Sozialausschuss gestern mit großer Mehrheit beschlossen. Lediglich die AfD stimmte dagegen. Der Kompass entzerre die Konflikte rund um die Trinkerszene am Raschplatz erheblich, hieß es. Geplant ist überdies langfristig, geeignetere Räume zu suchen. Der Grund: einem Evaluationsbericht der Diakonie zufolge war die Einrichtung am Raschplatz besonders in den Wintermonaten restlos überfüllt. Die Stadt hatte die Platzkapazitäten kurz nach der Eröffnung von 25 auf 50 erhöht. An manchen Tagen hielten sich dort aber bis zu 74 Personen auf. Die Stadt will der Überfüllung und den dadurch beförderten Konflikten unter den Besuchern künftig mit geänderten Öffnungszeiten und etwas mehr Personal begegnen.

Eine Absage erteilte die Ampelkoalition hingegen dem Vorstoß der Fraktion „Die Fraktion“, der steigenden Zahl osteuropäischer Armutszuwanderer mit einem Gesamtkonzept zu begegnen. Nach Niedersachsen kämen zwar besonders viele Saisonarbeiter aus Osteuropa, sagte FDP-Chef Patrick Döring. Weite Teile der Ernährungswirtschaft würden ohne sie nicht funktionieren. In der zentral gelegenen Landeshauptstadt versammelten sich überdies mehr Zuwanderer als in anderen Orten, betonte Döring: „In dieser Massivität kennen andere Städte das Problem nicht.“

Allerdings könne es nicht alleinige Aufgabe der Stadt sein, dafür zu sorgen, dass diese Menschen nach getaner Arbeit so viel Geld in der Tasche hätten, dass sie das Ticket nach Hause bezahlen könnten. Da sehe er neben den Arbeitgebern eher noch das Landessozialministerium in der Pflicht. Man müsse überdies sehr vorsichtig mit Konzepten sein, die über eine karitative Notversorgung hinausgingen: Das könne problematische Sogwirkungen entfalten. CDU-Ratsherr Hans-Georg Hellmann hielt dem entgegen, dass das Gros der Trinker am Raschplatz gar keine gestrandeten Saisonarbeiter seien, sondern Zugewanderte mit großen Alkohol- und Suchtproblemen. Er sei überrascht, dass der Trinkraum sogar in der warmen Jahreszeit so gut angenommen werde, sagte Hellmann. Er befürworte ein weitergehendes Konzept, dass den Menschen nicht nur eine Notversorgung anbiete, sondern sie so stabilisiere, dass sie wieder eine Perspektive für die Zukunft entwickeln könnten. Robert Nicholls (SPD) dagegen hob hervor, dass es bereits eine Reihe von Angeboten für Gestrandete in der Stadt gebe. Die Stadt sei zudem nicht Ersatzgesetzgeber des Bundes, der das Problem löse, dass Armutszuwanderer häufig nicht sozialhilfeberechtigt seien. Katrin Langensiepen von den Grünen fand, in einer durchlässigeren EU sei es zwar wichtig, sich über Sozialstandards von Armutszuwanderern Gedanken zu machen. Als Kommune sei dies zuallererst eine Frage der Finanzierbarkeit.

Von Jutta Rinas

Zwei Frauen haben ein älteres Ehepaar in Hannover bestohlen. Die Trickdiebinnen baten an der Tür um einen Briefumschlag und gelangten so in die Wohnung. Während die Senioren abgelenkt waren, erbeuteten die beiden Schmuck.

15.10.2018

Grüne und Fahrradlobby kritisieren, dass das Land ab 2019 kein Geld mehr für den Neubau von Radschnellwegen einplant. Für die beiden hannoverschen Projekte könnte es aber noch reichen.

15.10.2018

Die Stadt lässt einen beliebten Kletterbaum im Georgengarten entfernen. Baumpilze haben den Stamm brüchig werden lassen.

15.10.2018