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Stadt Hannover Gesundheitsinitiativen im Sahlkamp stellen sich vor
Aus der Region Stadt Hannover Gesundheitsinitiativen im Sahlkamp stellen sich vor
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12:32 16.07.2019
Claudia Lutz (rechts) stellt im Nachbarschaftsdienstladen das Gesundheitskonzept vor. Quelle: Irving Villegas
Sahlkamp

Dass Gesundheit nicht nur bedeutet Gemüse zu essen, sondern auch großen Engagements vor Ort bedarf, bewiesen Bürger unlängst mit einem eindrucksvollen Stadtrundgang durch den Sahlkamp. Im Rahmen der Veranstaltung „Gesundheit im Quartier: zum Greifen nah!“ wurde unter anderem im Nachbarschaftsdienstladen und in der Grundschule Hägewiesen halt gemacht. Zuvor hatten sich Experten und Interessierte aus ganz Niedersachsen auf der von LVG & AFS Nds. in Kooperation mit LAG soziale Brennpunkte Niedersachsen initiierten Fachtagung zum Thema Gesundheit im Viertel ausgetauscht.

Gesundheitsförderung vor Ort

„Das Zusammenleben in Quartieren hat immer auch etwas mit Gesundheit zu tun“, sagte Moderator Markus Kissling von der Landesarbeitsgemeinschaft. Daher könne Gesundheitsförderung nur vor Ort gelingen. Im Sahlkamp wurden im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt schon viele Projekte wie etwa die Sanierung des Stadtteilparks realisiert. Eine Herausforderung sei es dabei, das Thema Gesundheit in ein Städtebauprogramm einzubeziehen, meinte Referent Timo Heyn von Empirica Berlin.  

Über die hochkarätigen Referenten freute sich auch Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg. Um nun die Theorie mit der Praxis zu verbinden, stellten engagierte Bürger 22 verschiedene Stationen im Viertel vor. Die Besucher von außerhalb würden sicher darüber erstaunt sein, was an Infrastruktur bereits im Sahlkamp vorhanden sei, meinte Grunenberg. Das weiß auch Birgit Grammet, die den Stadtrundgang begleitete. Sie habe festgestellt, dass sich einiges im Sahlkamp verbessert habe. „Mittlerweile lebe ich gerne hier“, sagte sie. Was einmal als Übergangslösung gedacht war, ist für sie nun seit 20 Jahren ein Zuhause.

Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg erklärt Gesundheitsprojekte im Sahlkamp. Quelle: Irving Villegas

Stadtteilentwicklung braucht Begegnung

Im Nachbarschaftsdienstladen Nadila arbeitet Anna Berrahouma ehrenamtlich. Auch wenn sie nicht arbeiten müsse, sei sie oft dort, um Kaffee zu trinken. „Wir wohnen und leben hier alle zusammen“, sagte sie stolz. Claudia Lutz, Sozialarbeiterin im Laden, ergänzt: „Wir sind ein Begegnungshaus.“ Gerade Frauen und Senioren nähmen das Angebot gerne an, denn Kontakte schützten vor Isolation und Vereinsamung.  

Neben Frühstück und Mittagstisch für etwa 4 Euro wird eine Sozialberatung angeboten. „Weil Sozialberatung natürlich auch Gesundheitsberatung ist“, erklärte Lutz. Außerdem befindet sich hier die letzte Verkaufsstelle für Üstra-Tickets im Stadtteil. Dies könne gerade die Mobilität älterer Bewohner fördern, die sich am Automaten kein Ticket kaufen könnten. Das Herzstück seien jedoch die für eine kleine Aufwandsentschädigung im Nafila arbeitenden Frauen. „Ohne die Ehrenamtlichen könnten wir das hier nicht aufrechterhalten“, sagte Lutz.

Vor dem Infomobil, einem gelben Doppeldeckerbus, zeigt Christian Krüger Methoden zur Gesundheitsprävention. Quelle: Villegas

Gesundheit beginnt bei Kindern

Vor einem gelben Doppeldeckerbus erklärte Christian Krüger die Arbeit des Drops, einer Einrichtung der Step-G GmbH, die sich als Sucht- und Jugendhilfeträger engagiert. Er meinte: „Wenn man mit Verboten arbeitet, kommt man nicht ins Gespräch.“ Um schadensminimierten, eigenverantwortlichen und genussorientierten Konsum zu fördern sei es wichtig, mit den unterschiedlichen Zielgruppen ins Gespräch zu kommen. Daher seien sie mit dem Bus auf vielen Veranstaltungen unterwegs, um den Menschen mit Ratespielen Fachwissen zum Thema Suchtprävention zu vermitteln.

In der Grundschule Hägewiesen bieten engagierte Eltern eine Minimensa an. Quelle: Alina Stillahn

Dass Gesundheit schon bei den Kleinen beginnt, zeigte das Projekt Minimensa des Fördervereins der Grundschule Hägewiesen. „Gemeinsames Essen hat für Kinder ganz viele positive Aspekte“, erklärte Uwe Grunenberg vom Förderverein. Neben Gemüse- und Obstspießen würden jeden Dienstag auch Brote und Quark angeboten. Zwar sprengten Biozutaten den finanziellen Rahmen, sie achteten jedoch sehr auf saisonale und regionale Angebote. Zudem werde Wurst halal angeboten, denn 70 Prozent der Schüler hätten einen Migrationshintergrund. Um das zu stemmen, engagierten sich etwa sechs bis acht Erwachsene in dem Projekt. „Wir sind froh, dass wir die Eltern hier haben“, resümierte Grunenberg.

Von Alina Stillahn

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