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Stadt Hannover So soll das erweiterte Bürozentrum an der Vahrenwalder Straße aussehen
Aus der Region Stadt Hannover So soll das erweiterte Bürozentrum an der Vahrenwalder Straße aussehen
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19:16 15.12.2019
So soll der Erweiterungsbau an der Vahrenwalder Straße aussehen: Das City-Gate Nord in einer Computervisualisierung, geplant von den Firmen Delta-Bau und HRG. Quelle: Kiefer + Kiefer
Hannover

Neben der neuen Vodafone-Niederlassung an der Vahrenwalder Straße entsteht für 50 Millionen Euro ein zusätzlicher Bürokomplex für die Deutschlandzentrale von Exxon-Mobil-Production mit der Schwestergesellschaft BEB Erdgas & Öl sowie der Krankenkasse BKK Mobil Oil. Damit vollenden die hannoverschen Baugesellschaften Delta-Bau sowie die Hannover-Region Grundstücksgesellschaften (HRG) das sogenannte City-Gate Nord an der Straßenecke zum Sahlkamp. Nächstes Jahr soll Baustart sein.

City-Gate Nord an der Vahrenwalder Straße wird komplettiert

So sieht der erste Bauabschnitt des City-Gate Nord an der Vahrenwalder Straße in Hannover aus. Vodafone ist dort Hauptmieter. Links wird jetzt angebaut. Quelle: Kiefer+Kiefer

„Der Standort in Hannovers nördlicher Einfallstraße ist eine super Lage für Büroansiedlungen“, sagt Delta-Chef Dirk Streicher. 2011 hatten die drei Firmen das riskante Geschäft gewagt und gemeinsam das 14.000 Quadratmeter große Brachgrundstück erworben. Zunächst wurde von 2015 bis 2018 die Vodafone-Zentrale errichtet, jetzt geht es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter.

Krimi um Luxusautos und ein Multiplexkino

Die Geschichte des Grundstücks würde jedem Krimi zur Ehre gereichen. Dort war bis Anfang der Achtzigerjahre das Autohaus Nordstadt Hannover ansässig, dessen Chef Günter A. sich als Autotuner unter anderem im Luxussegment international einen Namen machte. Später firmierte die Firma um in Opel Blitz, bis Opel 1993 nach einem Rechtsstreit 650 Neuwagen abtransportieren ließ. 1998 wollte A. das Multiplex-Kino Imax auf dem Gelände ansiedeln, was die Stadt verhinderte, die dafür später von einem Gericht zu Schadensersatz in Millionenhöhe verdonnert wurde. 2007 soll A. nach Überzeugung von Ermittlern seine Mutter in Verden umgebracht haben. Er scheiterte mit dem Versuch, sich danach mit einem Kopfschuss selbst zu töten und war fortan schwerbehindert.

Grundstück lag 20 Jahre brach

Sie haben das City-Gate Nord entwickjelt (v. li.): Dirk Streicher, Vorstand Delta-Bau, sowie Thomas Heinemann und und Mattias Böhle von den beiden Grundstücksgesellschaften HRG. Quelle: Michael Wallmüller

Gut 20 Jahre lag das Grundstück brach. Immer wieder bissen sich Investoren und Projektentwickler die Zähne daran aus. Erst dem Trio aus Delta-Bau und den beiden HRG-Geschäftsführern Thomas Heinemann und Mattias Böhle gelang es, eine wirtschaftliche Nutzung für die Fläche zu entwickeln. Jetzt soll das Areal fertig bebaut werden.

Neubau mit „Schießschartenfenstern“

Exxon und die Schwesterfirmen haben ihren Sitz derzeit an der Podbielskistraße. Ende 2022 wollen sie den neuen Standort beziehen. Nach Plänen des Architekturbüros Kiefer+Kiefer wird ihnen ein für Hannover derzeit sehr zeittypischer Neubau spendiert: mit Klinkerfassade, den als „Schießschartenfenster“ bekannten schlanken Lichtöffnungen und im Erdgeschoss ein großer Empfangsbereich. Exxon, BEB und die Betriebskrankenkasse nutzen etwa 7000 Quadratmeter, der Rest wird an kleinere Firmen vermietet.

Parkhaus ist rückwärtig, Kantine im Haus

Schon im ersten Bauabschnitt hatten Delta und HRG alle nötigen Voraussetzungen für die Erweiterung geschaffen. Rückwärtig befindet sich ein Parkhaus mit 400 Plätzen, im Vodafone-Haus gibt es eine öffentliche Kantine, und auch die Bodensanierungen sind schon 2015 abgeschlossen worden.

Bauantrag ist eingereicht

Der Bauantrag für den Erweiterungsbau mit fast 11.000 Quadratmetern Mietfläche ist gerade eingereicht, im Herbst 2020 sollen die Arbeiten beginnen und etwa zwei Jahre dauern. 50 Millionen Euro investieren die drei Bauherren, der etwas kleinere Vodafone-Bau hatte damals gut 30 Millionen Euro gekostet.

Kritik an Allerweltsarchitektur

Die Fassadengestaltung des Neubaus ist geprägt von maximaler Einfallslosigkeit – dabei hatte es für das Grundstück im Vorfeld zahlreiche Entwürfe auch mit sehr ungewöhnlichen Baukörperformen gegeben. „Praktisch, quadratisch, hässlich“, kommentiert etwa Jens Busse auf den Internetseiten der HAZ den Entwurf, und Jens Pielawa schreibt: „Was für eine stumpf monotone Fassade. Dass das überhaupt jemals ein Architekt ,entworfen´ haben mag, ist zum Fremdschämen.“ FDP-Ratsfraktionschef Wilfried Engelke lästert ironisch: „Endlich mal eine neue, innovative Architektur. Schießscharten und Klinker, fertig ist die Baugenehmigung.“

Tatsächlich handelt es sich um sogenannte Investorenarchitektur, die nicht darauf ausgelegt ist, dem Gebäude einen eigenen Charakter zu geben, wie es etwa die Nord/LB mit ihrem Glashochhaus oder Versicherungen wie die VGH oder VHV mit ihren eigenwilligen Fassaden getan haben. Stattdessen geht es darum, das Gebäude möglichst flexibel nutzbar zu entwerfen. Wenn nach 15 oder 20 Jahren die aktuell geschlossenen Mietverträge der Hauptnutzer auslaufen, soll die Immobilie auch für andere Mieter attraktiv sein. Diese Beliebigkeit sieht man den Gebäuden auch von außen an.

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