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Stadt Hannover Hannover-Tatort sollte mehr von Hannover zeigen
Aus der Region Stadt Hannover Hannover-Tatort sollte mehr von Hannover zeigen
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12:52 27.05.2009
Von Hans-Peter Wiechers
Soll mehr in Hannover ermiteln: Maria Furtwängler in ihrer Rolle als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm.
Soll mehr in Hannover ermiteln: Maria Furtwängler in ihrer Rolle als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm. Quelle: Stefan Simonsen
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Der Wunsch wird aber wohl unerfüllt bleiben. Hannover, so sagte der Produzent der Filme, Marcus Mende, sei eben nur Wohnort der Kommissarin. Ermitteln soll sie überwiegend in der niedersächsischen Provinz. Darum sei die Lindholm auch nicht auf einem hannoverschen Polizeirevier beschäftigt, sondern beim Landeskriminalamt. Und die Dramaturgie der Geschichten erlaube es nun mal nur in Ausnahmefällen, der Kommissarin eine längere Episode in der Stadt ins Drehbuch zu schreiben.

Nun ist der Tatort am Sonntag zwar eine sehr erfolgreiche Fernsehsendung, aber gewiss nicht der Nabel der Medienwelt. Die niedersächsische Landeshauptstadt kann man filmisch auch anderswo verkaufen. In einem historischen Waschhaus in Herrenhausen sitzt das „produktionsbuero hannover“. Damian Schipporeit, Nadine Freitag und Christian Kelm bieten da einen Strauß von Dienstleistungen rund um das Filmgeschäft an, und die Motivsuche zählt auch dazu. Die Produktionsagentur gibt es seit fünf Jahren, und neben sechs Tatort-Filmen hat das Team aus Herrenhausen auch eine ganze Reihe anderer Produktionen unterstützt.

Damian Schipporeit ist sicher, dass die Stadt Hannover als Filmmotiv gute Chancen hat: „Man braucht manchmal schon etwas mehr Kraft, Filmemacher von Hannover zu überzeugen, aber wenn die Leute die Stadt kennengelernt haben, schätzen sie das Arbeiten hier. Wir bekommen nur positive Rückmeldungen.“ Nadine Freitag sieht noch einen anderen Standortvorteil: „Die Leute hier sind fast immer ungemein kooperationsbereit. Wenn man irgendwo drehen möchte, wird man fast immer mit offenen Armen empfangen.“

Weil die nordmedia in Hannover beachtliche Summen in der Filmförderung vergeben kann, hat sich ganz behutsam auch eine Infrastruktur entwickelt, die wichtige Voraussetzung für einen Produktionsstandort ist. Es gibt in der Stadt inzwischen erste Technikverleiher. Ausstatter und freie Aufnahmeleiter oder Kameraleute haben sich länger schon etabliert.

Und eigentlich ist auch das Waschhaus an der Alten Herrenhäuser Straße ein Beispiel für eine wachsende Filmszene in Hannover. Neben dem Produktionsbüro sind hier die „23 Produktion“, die sich mit Dokumentationen und Industriefilmen beschäftigt, und „Millenium TV“, die unter anderem Dokumentarfilme dreht, untergekommen. Weitere kleine Firmen aus der Film- und Fotobranche hatten sich in dem alten Fachwerkbau eingemietet, sind aber inzwischen wieder fortgezogen. So ist das in diesem Geschäft. Eine Filmszene muss in freier Wildbahn wachsen und nicht unter Glas in einem Gewächshaus

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