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Stadt Hannover Flüchtlingsunterkunft geht in Betrieb
Aus der Region Stadt Hannover Flüchtlingsunterkunft geht in Betrieb
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17:41 23.12.2018
Die Neubauten (rechts) in der Flüchtlingsunterkunft Alt-Vinnhorst sind bereits in Betrieb. Quelle: Katrin Kutter
Vinnhorst

Die Stadtverwaltung hat die Flüchtlingsunterkunft Alt-Vinnhorst II bereits Mitte Dezember weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit in Betrieb genommen. Im Bezirksrat Nord stieß das auf deutliche Kritik: Die Politiker fühlen sich nicht ausreichend informiert. „Das habe ich in 13 Jahren nicht erlebt. Ich halte das geradezu für unprofessionell“, bemängelt Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke (SPD). „Wir haben allein von Ehrenamtlichen, die sich um Menschen in der Unterkunft kümmern, gehört, dass es losgeht“, berichtet CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann.

Die Stadt sieht die drei neuen Gebäude in der Straße Alt-Vinnhorst jedoch als zweiten Bauabschnitt der bereits vorhandenen Unterkunft. „Beide Bauabschnitte bilden nun eine einheitliche Unterkunft“, sagt eine Sprecherin gegenüber dem Stadt-Anzeiger. Die Politiker im Bezirksrat bewerten die Situation allerdings anders und fühlen sich ihrer Kontrollfunktion beraubt. „Bisher haben wir vorher immer den Vertrag mit dem neuen Betreiber vorgelegt bekommen“, sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Christine Deja (Grüne).

Alt-Vinnhorst II besteht aus drei Gebäuden in Modulbauweise mit jeweils drei Geschossen. Bezugsfertig sind bisher allerdings nur zwei Häuser. „Wir brauchen die Räume als Puffer für die Feiertage, falls wir kurzfristig Menschen unterbringen müssen. Dort wäre auch Platz für ganze Familien“, erklärte Stadtbezirksmanager Nord Stephan Kaczmarek vor Weihnachten im Bezirksrat. Der reguläre Einzug von Flüchtlingen sei ab Mitte Januar geplant.

Erst auf hartnäckige Nachfrage erfuhren die Politiker, dass die Firma European Homecare auch den Auftrag für Alt-Vinnhorst II bekommen hat. „Für uns ist einfach eine Vertragserweiterung. Wir wollen, dass der Betrieb der Unterkunft aus einer Hand organisiert wird. Das ist eigentlich sehr schlüssig“, meint Kaczmarek. SPD-Fraktionschef Robert Nicholls fragte nach, ob die Verwaltung vor einem Vertragsabschluss die Einschätzung von Ehrenamtlichen und Politikern einholt, wie gut die Arbeit laufe. Eine Antwort dazu bekam er nicht.

An einem Gebäude sind Baumängel festgestellt worden, die nun behoben werden müssen. „Die Häuser stehen bereits seit mehr als einem Jahr. Warum wird das erst jetzt bemerkt?“, kritisiert Angelika Jagemann. In der gesamten Unterkunft sind nun 5,5 Stellen für Sozialarbeiter, eine halbe Erzieher-Stelle, zwei Hausmeister und 1,5 Stellen für Reinigungskräfte eingeplant. Im Wachdienst arbeiten rund um die Uhr vier Personen.

Die Politiker hatten im Vorfeld gefordert, dass es auch in den neuen Gebäuden Gemeinschaftsräume geben muss. Das wurde berücksichtigt. In Alt-Vinnhorst I hatte die Verwaltung Einzelzimmer doppelt belegt, das ändert sich nun. Mit dem neuen Bauabschnitt wird die Bettenzahl in den alten Gebäuden reduziert. Insgesamt können bis zu 198 Menschen in der gesamten Unterkunft leben.

Bezirksbürgermeisterin Geschke ärgert sich allerdings auch, weil Bürger und Bezirksrat die Unterkunft Alt-Vinnhorst II vor dem Bezug wohl nicht mehr besichtigen können. Sie hält das für wichtig, auch um Schwellenängste zu nehmen. „Wir brauchen weiter ehrenamtliche Helfer, die den Flüchtlingen das Einleben erleichtern. Auch deshalb ist es gut, wenn Bürger so eine Unterkunft sehen.“

Von Bärbel Hilbig

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