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Stadt Hannover Hannover Wiesn: So schön war der zweite Abend
Aus der Region Stadt Hannover Hannover Wiesn: So schön war der zweite Abend
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20:33 13.10.2019
Hannover und Dirndl – das passt. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Der zweite Abend auf der Hannover Wiesn an der Gilde-Parkbühne beginnt so, wie der erste begonnen hat: „Die Hände zu den Krügen“, ruft der Sänger Simon Graßl von den Bayernrockern. Und die rund 1600 Gäste im Zelt prosten mit ihren Maßkrügen zurück. Wieder sind alle Gäste stilecht in Dirndl und Lederhose gekleidet, gute Laune haben sie sowieso. „Vor ein paar Jahren ist man in der Bahn noch schief angeguckt worden, wenn man Lederhose und Hosenträger anhatte“, erzählt ein Gast, „mittlerweile sagt keiner mehr was.“

Hannover und Dirndl – eine gute Kombination

„Ich hätte nie gedacht, dass die Norddeutschen so gut feiern können“, sagt Stephanie Puchta (29). Sie kommt eigentlich aus Hof in Oberfranken. Im echten Leben ist sie Erzieherin, und von April bis Oktober ist sie nebenbei als Servicekraft auf Volksfesten unterwegs. Auf der Hannover Wiesn kellnert sie schon das dritte Mal, am liebsten im Team mit ihrem Lebensgefährten: „Die Stimmung ist super, mein Kompliment an die Gäste, die geben sich alle total Mühe mit ihrer Ausstattung und sind immer nett und gut drauf.“ Unermüdlich schleppt sie 14, 15 Maßkrüge mit Bier und einige wenige mit Apfelschorle auf einmal und hat immer noch ein Lachen auf den Lippen.

„Hätte nie gedacht, dass Norddeutsche so feiern können“: Kellnerin Stephanie Puchta (29) mit schweren Maßkrügen. Quelle: Saskia Döhner

Auf der Wiesn zu kellnern ist körperliche Schwerstarbeit. Nicht nur die Krüge, sondern auch noch die Schlitten mit dem deftigen Essen. „Für mich ist das ein guter körperlicher Ausgleich“, sagt Stephanie Puchta. Gestählte Nerven hat sie durch die Arbeit im Kindergarten sowieso. Der hohe Lärmpegel sei durchaus anstrengend, aber dann atme sie einfach tief durch, sagt die 29-Jährige, Mutter einer sechsjährigen Tochter, die bei Oma ist, während die Mutter Maßkrüge im Eilschritt durchs Zelt hievt.

So schön war der zweite Wiesn-Abend auf der Gilde-Parkbühne.

Tracht ist für sie normal, nicht im Alltag, aber auf Festen. „Wenn ich heirate, würde ich bei der standesamtlichen Trauung gern ein Dirndl tragen.“ Sie muss weiter, die Stammgäste warten.

Hannover und Volksmusik – auch das passt

Stimmungsmacher: Simon, Flo und Many von den Bayernrockern. Quelle: Katrin Kutter

Wo spielen die Bayernrocker am liebsten – in ihrer Heimat oder lieber im Norden? „Eigentlich auf der Hannover Wiesn“, sagt Flo von der Band, die eigentlich aus Oberbayern stammt. In Bayern, da spiele man ein Lied, und das Publikum sei erst mal still, in Hannover, da seien die Leute gleich voll dabei. Sie machen Stimmung, klatschen, singen mit und tanzen, gern auch auf den Bänken – auf den Tischen ist das auch gar nicht erlaubt. In den Pausen werde man von den Gästen ausdrücklich gelobt, „Das freut einen“, sagt Flo.

Alles, was Laune macht: Many von den Bayernrockern. Quelle: Saskia Döhner

Many, ein anderer Sänger der Band, sagt, man spiele nicht nur bayerische Musik, das sehe man nicht so eng, sondern ein bunt gemischtes Programm: „Alles, was Laune macht.“ Das sind auch Lieder wie „Es tut mir leid, Pocahontas“ von der Kölner Indierock-Gruppe AnnenMayKantereit, Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“ oder Hits von Tina Turner.

Voller Einsatz: Many von den Bayernrockern auf der Bühne. Quelle: Katrin Kutter

Die Hannover Wiesn auf der Gilde-Parkbühne findet bis zum 2. November an den Freitagen und Sonnabenden statt. Auch am 30. Oktober und dem Reformationstag, 31. Oktober, ist das Festzelt geöffnet. Fast alle Abende sind ausgebucht, es gibt nur noch vereinzelte Stehplätze.

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Von Saskia Döhner

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