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Stadt Hannover Ausstellung zeigt Hans Traxlers Kinderbücher
Aus der Region Stadt Hannover Ausstellung zeigt Hans Traxlers Kinderbücher
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16:11 26.03.2019
Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow präsentiert die Traxler-Ausstellung. Quelle: Foto: Moritz Frankenberg
Hannover

Im Schatzkästlein der deutschen Satire haben seine Werke einen Ehrenplatz. Hans Traxler ist der Mann, der Helmut Kohl zu „Birne“ machte. Als Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule kreierte der Cartoonist in „Pardon“ und „Titanic“ einen ganz eigenen Stil. Das „Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch“ präsentiert Traxler, der im Mai 90 Jahre alt wird, jetzt von einer ganz anderen Seite.

Die Ausstellung „Paula, Emil, Willi & Eddy“ zeigt rund 120 Arbeiten, die Traxler als Illustrator von Kinderbüchern geschaffen hat. Im Jahr 1979 erschien das erste von ihm mit Zeichnungen versehene Kinderbuch; „Fünf Hunde erben eine Million“. Darin vermacht Miss Lilly ihre Villa testamentarisch ihren Tieren. Die Villa Lilly gibt es wirklich, in dem Gebäude wurde die erste „Titanic“-Ausgabe geplant.

Abgründiger Humor

Traxlers Kinderbuchzeichnungen sind naturgemäß milder als seine politischen Cartoons. Und doch gibt es zwischen beiden Sujets innere Beziehungen: Dem Sinn fürs Absurde und Anarchische, den die Neue Frankfurter Schule kultivierte, haftet ja durchaus etwas Kindliches an. Freude am Nonsens, Lust am Fabulieren und abgründiger Humor findet sich in Traxlers Kinderbüchern ebenso wie in seinen politischen Arbeiten.

Da ist zum Beispiel „Willi, der Kater, der immer größer wurde“: Der Vierbeiner wächst in der Geschichte auf die Größe eines Nilpferdes an. Und da ist „Paula, die Leuchtgans“. Diese ist eigentlich eine Designerlampe, doch in Traxlers Story erwacht sie zum Leben und reist mit einem Zug von Wildgänsen ans Mittelmeer. Liebevoll hat der Zeichner solche Bücher illustriert; teils entdeckt man ihre Details erst beim dritten Betrachten – etwa die Baskenmütze, die Gans Paula trägt, als sie in Frankreich ein paar Männern beim Boule-Spiel Gesellschaft leistet. In einer Ecke zeigt die Ausstellung jene Gänselampe aus dem Hause Traxler, die für die Titelheldin des Buches Pate stand.

Einige der Bücher sind geradezu anrührend. In „Komm, Emil, wir gehn heim“ etwa bringt die Bäuerin Martha es nicht fertig, ihr Schwein Emil dem Schlachthof zu überantworten. Andere Bücher sind grotesk verspielt. In „Wenn Kühe Propeller hätten“ textet Traxler beispielsweise „Wenn Schnecken ihre Häuser abstellen könnten, kämen sie morgens schneller ins Büro“. Und in „Mozart für Kinder“ bringt er die Handlung der Zauberflöte präziser auf den Punkt als die meisten Opernführer. Traxler gehört ja zu einer Generation, die den klassischen Bildungskanon noch kannte, ihn aber nicht mehr für heilig hielt.

Neues aus Krähwinkel

Die Lust am Spott prägt auch eine zweite Ausstellung des Busch-Museums: Im Obergeschoss zeigt das Haus im Georgengarten „Bilder aus Krähwinkel“ – insgesamt 76 Lithografien aus dem eigenen Fundus. Im 19. Jahrhundert nahmen meist anonyme Künstler in „Krähwinkliaden“ den kleinbürgerlichen Untertanengeist mitsamt Titelsucht und Obrigkeitshörigkeit aufs Korn. Das beschauliche Krähwinkel wurde als Hort biedermeierlicher Spießigkeit verhöhnt. Indem sie einen fiktiven Ort wählten, umgingen die Zeichner auch die allgegenwärtige Zensur. Eine Karikatur von 1842 zeigt, wie Hannovers König Ernst August einer stolzen Germania die Flügel stutzt – ein Bild für die Beschränkung bürgerlicher Freiheiten.

Mit dem Leben im Überwachungsstaat beschäftigt sich auch eine dritte, kleine Ausstellung des Museums: Sie zeigt Grafiken, die der Schriftsteller Günter Kunert dem Museum schon 2012 geschenkt hat. Die Schau ist eine Hommage zu seinem 90. Geburtstag, den Kunert im März feiert. Der Geburtsjahrgang 1929 ist im Museum derzeit also prominent vertreten.

Die Ausstellungen sind im Wilhelm-Busch-Museum im Georgengarten bis zum 5. Mai zu sehen. Infos unter (05 11) 16 99 99 17.

Von Simon Benne

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