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Stadt Hannover Hannover will gegen Asylbetrug härter vorgehen
Aus der Region Stadt Hannover Hannover will gegen Asylbetrug härter vorgehen
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00:15 10.01.2017
Mit Fingerabdrücken werden Asylbewerber registriert. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Zuvor war bekannt geworden, dass die Polizeidirektion Hannover in 54 Fällen wegen Leistungsbetrug gegen Flüchtlinge ermittelte. Sie stehen im Verdacht, sich mit verschiedenen Identitäten angemeldet zu haben, um in mehreren Kommunen Sach- oder Geldleistungen zu erhalten. Die Staatsanwaltschaft Hannover führt derzeit Verfahren gegen 47 dieser Personen.

Hannover ist besonders von möglichem Asylbetrug betroffen. Eine Sprecherin berichtete von „einem deutlichen Anstieg im letzten halben Jahr“ und sprach von 60 bis 70 Verdachtsfällen, wobei viele Flüchtlinge aus dem Sudan kämen. Dass die Zahl nicht mit Ermittlungsdaten der Polizei übereinstimme, könne daran liegen, dass Fälle inzwischen erledigt seien oder an anderen Orten verfolgt würden. Stehe jemand im Verdacht, streiche man Leistungen.

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Vier der 54 Fälle wurden in Garbsen bekannt, Langenhagen berichtet von sieben Verdachtsfällen. Viele weitere Kommunen wissen von jeweils einem Fall aus 2016, etwa Burgdorf, Isernhagen, Burgwedel, Laatzen, Hemmingen, Barsinghausen und Neustadt. In einigen Gemeinden wurden doppelte Identitäten bemerkt, ehe Leistungen ausgezahlt wurden. Hinweise auf Betrugsversuche kommen von Polizei, Ausländerbehörden und Stadtverwaltungen. Seit April 2016 werden in Niedersachsen Fingerabdrücke von Flüchtlingen erfasst. Seither sind laut Innenministerium bei knapp 14 000 eingereisten Asylbewerbern 200 „Mehrfachidentitäten“ festgestellt worden.

Von Gunnar Menkens und Karl Doeleke

10.01.2017
Simon Benne 09.01.2017