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Stadt Hannover Neubau am ZOB: Bahn testet neue Arbeitsplatzsysteme
Aus der Region Stadt Hannover Neubau am ZOB: Bahn testet neue Arbeitsplatzsysteme
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00:21 18.05.2019
Bezugsfertig: Hannovers neue Bahn-Zentrale unterm alten Fernsehturm. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Jetzt kann die Bahn in ihr neues Gebäude hinterm Hauptbahnhof beziehen. Am Mittwoch eröffneten Bahn-Chef Richard Lutz und Ministerpräsident Stephan Weil den Neubau „Lister Dreieck“ auf dem ehemaligen Areal des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) unterm alten Fernsehturm. Fast 1000 Mitarbeiter aus 14 Einzelunternehmen der Bahn werden dort einziehen – doch kaum einer wird mehr einen eigenen Arbeitsplatz haben. Desk-Sharing heißt das Modell, an dem sich schon viele Firmen versucht haben: Auf drei Mitarbeiter kommen etwa zwei Schreibtische. Das soll mehr Flexibilität bringen, Teams besser vernetzen und natürlich auch Geld sparen.

Hannovers neue Bahnzentrale: Backsteinexpressionismus mit „Kruste“

„Beeindruckend und fantastisch“ nannte Lutz den Neubau. Schlanke Ziegelstreben umfassen die hohen Fenster, im Inneren des gerundeten Dreieckbaus erstreckt sich ein weißes Atrium mit neun Fußgängerbrücken, um Wege zwischen den Büros abzukürzen. Der Bahnchef witzelte, dass ihm der Bezug zum Backsteinexpressionismus der Zwanzigerjahre nicht ganz klar sei, den ihm seine Redenschreiber ins Manuskript geschrieben hatten – aber schick finde er die Fassade. Tatsächlich hatte Stadtbaurat Uwe Bodemann eine architektonische „Kruste“ für den Bau gefordert, weil man in Hannover keine weiteren Glas-Stahlbauten will. Dass sei gelungen, befand auch Ministerpräsident Weil. Es sei „eine Augenweide am Platz.“

Feierliche Übergabe des neuen Bürogebäudes „Lister Dreieck" an die Deutsche Bahn. Von links: Bahnchef Richard Lutz, Ministerpräsident Stephan Weil, Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette. Quelle: Nancy Heusel

Sowohl Weil wie auch Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette erinnerten daran, wie lange Hannover um die Neubebauung des alten ZOB gerungen hatte. Inzwischen ist der Raschplatz neu gestaltet, ein neuer ZOB angelegt, Kaufland, Ärztezentrum, zwei Hotels und die umgebaute Sparkassenzentrale prägen das Gelände hinterm Bahnhof. Das Steigenberger-Hotelhochhaus wächst, nur das Bredero-Hochhaus wartet wegen eines Eigentümerstreits noch auf den Umbau.

2016 hat der Essener Projektentwickler Kölbl-Kruse mit dem Neubau nach Plänen des Berliner Architekten Hascher Jehle begonnen, rund 64 Millionen Euro soll er gekostet haben, ein halbes Jahr liegt er hinterm Zeitplan. 28 000 Quadratmeter Geschossfläche sind auf dem 5600 Quadratmeter großen Grundstück entstanden, in dessen Untergrund noch alte Bestandteile der Passerelle liegen. Für das schwierige Grundstück Interessenten zu finden habe lange gedauert, sagte Tegtmeyer-Dette. Nun füge sich der Neubau „nahtlos in die Stadtarchitektur ein“.

Neun Brücken überm Atrium verbinden die Büros. Quelle: Nancy Heusel

Retro-Räume, ein Stadtcafé und Krökeltische

Eine, die ein eigenes Büro im Haus haben wird, ist die Bahn-Konzernbevollmächtige für Niedersachsen, Manuela Herbort aus Langenhagen. Ansonsten teilen sich 950 Beschäftigte etwa 750 Schreibtische, die Zuordnung wird im Zweifel täglich neu vergeben. Insgesamt bietet das Gebäude aber 1300 Arbeitsplätze, weil großzügige Stillarbeitsplätze, Konferenzbereiche und „Think-Tanks“ eingerichtet werden. Ein Café, das nachmittags auch für Passanten offen sein soll, Krökeltische für Tischfußball, im Retro-Stil eingerichtete Besprechungsräume und sogar eine Bibliothek runden die Raumfluchten ab. Bahnchef Lutz hofft, dass sich dank der flexiblen Arbeitswelten noch mehr Mitarbeiter für die Bahn entschieden – im Neubau befindet sich auch das Rekruting-Center für Niedersachsen.

Bürowelten: Hier arbeiten die Bahn-Mitarbeiter. Quelle: Nancy Heusel

Bahn verlässt das Bürohaus Joachimstraße – dort ziehen Stadt-Mitarbeiter aus dem Ihme-Zentrum ein

Die Bahn hatte erst kürzlich ihre Netz-Zentrale an der Lindemannallee (Bult) erweitert. Jetzt gibt sie mit dem Umzug zahlreiche andere Standorte auf – unter anderem den großen Bürostandort Joachimstraße/Schiffgraben. Dort sollen nach Umbau ab Somer 2021 etwa 500 Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend und Familie aus dem Ihme-Platz 5 einziehen, damit dort das Ihme-Zentrum saniert werden kann.

Mit Ausblick: Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette, Bahn-Chef Richard Lutz. Quelle: Nancy Heusel

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Von Conrad von Meding

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