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Stadt Hannover Händler entsetzt über Regelung zu offenen Sonntagen
Aus der Region Stadt Hannover Händler entsetzt über Regelung zu offenen Sonntagen
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00:18 23.03.2019
Am 31. März 2019 ist es wieder so weit: Verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt und in mehreren Stadtteilen. Quelle: Michael Wallmüller (Archiv 2018)
Hannover

Seit drei Jahren gibt es Streit um die verkaufsoffenen Sonntage in Hannover. Jetzt sollte ein neuer Gesetzesentwurf des Landes Klarheit bringen – doch er lässt die Händler staunend zurück. Nicht nur, weil es plötzlich Aufregung um Adventssonntage gibt, für die kein Händlerverband jemals Shoppingfreigaben gefordert hat. Sondern auch, weil das Land neue Fehler eingebaut hat. „Ich habe das Gefühl, dass niemand ernsthaft versteht, worum es geht“, sagt Hans-Joachim Rambow vom Einzelhandelsverband resigniert.

Nur vier Shoppingsonntage –das erhöht die Konkurrenz der Händlergemeinschaften

Die bisherige Regelung sieht vor, dass in jeder Stadt vier Sonntage verkaufsoffen sein dürfen. Das ist angemessen für Kleinstädte. Für Großstädte wie Hannover, wo es außer der Innenstadt auch starke Stadtteilhändler gibt, die aber wegen der Magnetwirkung nicht zeitgleich zur Innenstadt öffnen wollen, wollte der Gesetzgeber eine Sonderregelung schaffen: Jedes Quartier sollte viermal öffnen dürfen, das aber verteilt auf sechs, sieben oder acht Sonntage im Jahr. So hätte man die Belastung für einzelne Verkäufer nicht erhöht, aber die Händlergemeinschaften von Innenstadt und etwa Bothfeld, Linden und Hainholz hätten Terminkonkurrenzen vermieden.

Im neuen Gesetzesentwurf hat das Land aber wieder eine fehlerhafte Formulierung eingebaut. Zusätzlich zu den vier Hauptsonntagen dürfe es nur für „zwei Ortsteile“ jeweils einen weiteren Sonntag geben, heißt es dort. Wenn also Bothfeld und Linden Sondertermine bekämen, blieben das Sofa-Loft in der Südstadt und Möbel Staude in Hainholz geschlossen. Diesen Vorschlag nennt Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft „unbegreiflich“, denn die Innenstadt muss aus Proporzgründen immer zurückstecken: „Wir konnten in den letzten drei Jahren keinmal an vier Sonntagen die Innenstadt öffnen. Und jetzt kommt wieder ein Entwurf, der Mängel hat.“ Händler sprechen von Dilettantismus und wundern sich über die Unkenntnis im Landtag und im zuständigen Ministerium.

Aufregung um Passus zu Adventssonntagen

Zuletzt hatte ein Passus des aktuellen Entwurfs Aufregung ausgelöst, der Geschäftsöffnungen an Adventssonntagen ermöglichen sollte. Wie er genau in den Gesetzesentwurf gelangt ist, will keiner wissen – spontan aber haben sich SPD- und CDU-Fraktion dagegen ausgesprochen. „Vielleicht sollte es ein Störfeuer sein, um von anderen Mängeln des Entwurfs abzulenken“, mutmaßt Prenzler. Denn: „Wir wollen keine Shoppingssonntage im Advent. Das ist die Zeit, wo Menschen am Sonntag zur Ruhe kommen wollen, und auch die Verkäufer haben dann Ruhe verdient.“

Am letzten Sonntag im März sind in Hannover wieder Hunderte Geschäfte offen, und wegen des Terminmangels machen sich Stadtteile und Innenstadt kräftig Konkurrenz. In der City ist der Start der Radsaison das Thema. In der Südstadt öffnet Sofa-Loft, in Bothfeld der Einkaufspark Klein-Buchholz, in Linden wird das „Blaue Wunder“ gefeiert, zwei Motorradgeschäfte (Louis und Bikers Point) feiern den bevorstehenden Frühling.

Hannovers City-Händler dürfen nur an zwei Sonntagen öffnen

Die Innenstadthändler dürfen in diesem Jahr nur an zwei Sonntagen öffnen: außer am 31. März noch am 10. November. Sie hatten sich eine Öffnungserlaubnis zum Regionsentdeckertag am 8. September gewünscht, waren aber bei der Terminvergabe nicht zum Zuge gekommen. „Dann ist die Innenstadt sowieso voll mit Menschen, der Handel hätte sich toll präsentieren können“, sagt Prenzler. Allmählich aber schwindet die Hoffnung, dass das neue Gesetz rechtzeitig fertig wird, damit die Innenstadt wenigstens einen dritten Sonntag bekommt. Etwa 250.000 Menschen bummeln an den Shoppingsonntagen in der City, für die Händler bedeutet jeder nicht gewährte Tag Millionenverluste.

Das sind die vier Shoppingsonntage 2019 in Hannover

Jeweils von 13 bis 18 Uhr öffnen nach Auskunft der Stadt diese Geschäftsbereiche:

6. Januar: nur Möbel Staude und Betten Soltendieck in Hainholz sowie Sofa-Loft in der Südstadt

31. März: Innenstadt, Frühlingsbeginn und Auftakt der Fahrradsaison, dazu in Südstadt (Sofa-Loft, Bothfeld (Einkaufspark Klein-Buchholz), Linden (rund um den Marktplatz, „Das Blaue Wunder“) sowie die Motorradgeschäfte Louis und Bikers Point

22. September: Bothfeld und Linden;

10. November: Innenstadt, Martinsumzug.

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