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Stadt Hannover Hannovers Höllenengel sind auf dem Rückzug
Aus der Region Stadt Hannover Hannovers Höllenengel sind auf dem Rückzug
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18:50 31.01.2012
Von Tobias Morchner
„Ab und zu sehe ich persönlich nach dem Rechten“: Hannovers Hells-Angels-Chef Hanebuth.
„Ab und zu sehe ich persönlich nach dem Rechten“: Hannovers Hells-Angels-Chef Hanebuth. Quelle: Steiner
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Hannover

„Die Hells Angels sind dort mittlerweile deutlich weniger offen präsent“, sagt Polizeipräsident Axel Brockmann. Man werde die Situation am Steintor aber weiterhin sehr genau im Auge behalten, erklärt der Behördenleiter weiter.

Ende des vergangenen Jahres hatte die Polizei den Druck auf die Höllenengel deutlich erhöht. Plötzlich waren Beamte an allen Wochenenden im Amüsierviertel präsent. Zusätzlich fanden regelmäßig Großkontrollen auf der Partymeile statt. Kurz vor dem Jahreswechsel nahm die Behörde eine neue, rund um die Uhr besetzte Wache im Steintor in Betrieb. Auch in den Medien bezogen hochrangige Polizeibeamte deutlich Stellung gegenüber den Hells Angels. So betrachtete der damalige Kripo-Chef Thomas Rochell die wirtschaftliche Expansion der Rocker am Steintor mit Sorge: „Ich finde auch, die Hannoveraner sollten ihr Geld nicht dort ausgeben, wo die Hells Angels davon profitieren“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mitte November beugte sich Hells Angels-Chef Frank Hanebuth dem Druck und zog sich mitsamt seiner Sicherheitsfirma, die zwölf Jahre lang für alle Klubs im Steintor die Türsteher stellte, aus dem Rotlichtviertel zurück. Zudem verkaufte Hanebuth seine Anteile an der Sansibar, einem der zentralen Anlaufpunkte im Steintor. Lediglich seine beiden Bordelle betreibt der 47-Jährige eigenen Angaben zufolge weiter. „Ab und zu sehe ich dort auch persönlich noch nach dem Rechten“, erklärt Hanebuth.

Dennoch gilt Hannover bundesweit weiterhin als eine Hochburg der Hells Angels. Regelmäßig treffen sich die Rocker in ihrem Klubhaus in der Badenstedter Straße. Nach wie vor übt Frank Hanebuth mächtigen Einfluss auf die übrigen Hells-Angels-Chefs im Land aus. Auch scheint seine Popularität ungebrochen. „Wir haben derzeit Anfragen ohne Ende. Alle wollen bei uns Mitglied werden“, sagt der Hells Angels-Chef. Sorgen über ein mögliches Verbot des hannoverschen Charters macht sich der wegen Körperverletzung Vorbestrafte hingegen nicht: „Es gibt überhaupt keinen Grund, den Klub auch in Hannover zu verbieten“, sagt er.

Mathias Klein 31.01.2012
31.01.2012