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Stadt Hannover SPD-Urgestein Egon Kuhn ist tot
Aus der Region Stadt Hannover SPD-Urgestein Egon Kuhn ist tot
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16:15 23.01.2019
Egon Kuhn, hier bei seiner Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft in der SPD im vergangenen Jahr. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Roter Schal und Baskenmütze waren die Markenzeichen von Egon Kuhn. Er war mit ganzem Herzen Lindener Butjer, war als Sozialdemokrat auf dem linken Flügel seiner Partei unterwegs, der er mehr als 60 Jahre angehört hatte, war Strippenzieher mit Einfluss weit über seinen Stadtteil hinaus. Am Mittwoch ist Kuhn an den Folgen einer Lungenembolie gestorben – nur drei Tage, nachdem er mit Weggefährten seinen 92. Geburtstag gefeiert hatte.

Kuhn hatte schon vor einem Jahr eine schwere Krankheit durchgemacht. „Auch jetzt ging es ihm in den vergangenen Tagen nicht gut“, sagt seine Lebensgefährtin Susanne Böhmer. Auf die Geburtstagsfeier im Kreise altgedienter Sozialdemokratenn – unter anderem waren Altkanzler Gerhard Schröder, Alt-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, der amtierende OB Stefan Schostok und die frühere Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn mit dabei – habe er sich gefreut und sie auch genossen. Am Mittwochvormittag ist Kuhn dann im Clementinenhaus im Beisein Böhmers friedlich eingeschlafen. „Er war immer ein Kämpfer, aber zum Schluss konnte er einfach nicht mehr“, sagt sie.

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Für Kuhn soll es am 10. Februar im Freizeitheim Linden eine Gedenkveranstaltung geben. Schmalstieg, der gern berichtet, dass er ohne Kuhn nicht Oberbürgermeister geworden wäre, hat als Redner schon zugesagt. Überhaupt wird viel zu erzählen und an vieles zu erinnern sein, was sich unter anderem an einem Zitat von Bulmahn festmachen lässt: „Ohne Kuhn wäre Hannovers SPD eine andere“.

Kuhn engagierte sich früh als streitbarer Gewerkschafter und in der politischen Jugendarbeit; wurde Vorsitzender des Ortsvereins Linden der SPD. Von dort aus nahm er Einfluss auf die gesamte hannoversche SPD – das Wort Strippenzieher war eines, das häufig im Zusammenhang mit seinem Namen verbunden wurde. In Linden leitete er das Freizeitheim, organisierte bundesweit beachtete Kultur- und Geschichtsprojekte. Dass die SPD ihre linken Wurzeln nicht kappt, war ihm zeitlebens wichtig. „Ich bin Marxist und Sozialist“, lautete sein Credo.

Von Bernd Haase