Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Salafisten leugnen islamistisches Attentat
Aus der Region Stadt Hannover Salafisten leugnen islamistisches Attentat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:21 13.01.2015
Von Tobias Morchner
Dennis Rathkamp ist Vorstand des radikal-islamischen Vereins „Der Schlüssel zum Paradies“. Quelle: Archiv/Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

„Diese Behauptungen sind eine Beleidigung für die Hinterbliebenen des Anschlags“, sagt Avni Altiner, Sprecher des Landesverbandes.

Auf der öffentlich einsehbaren Facebook-Seite des Vereins wird das Attentat der beiden Islamisten, die am Mittwoch in die Redaktionsräume gestürmt waren und zwölf Menschen erschossen hatten, „Profis vom Geheimdienst“ zugeschrieben. „Lieber Geheimdienst“, heißt es dort, „wenn ihr das nächste Mal einen Terrorakt inszenieren wollt, dann sprecht vorher einmal mit Hollywood.“

Anzeige

Die Salafisten, die in der Vergangenheit durch die kostenlose Verteilung des Korans in der Innenstadt auf sich aufmerksam gemacht hatten, ergehen sich weiter in Verschwörungstheorien. So behaupten sie unter anderem, das im Internet kursierende Video von dem Überfall auf die Satirezeitschrift zeige nicht den Mord an einem Polizeibeamten. Von einer Hinrichtung, wie in den Medien behauptet werde, könne keine Rede sein.

Der Landesverband der Muslime in Niedersachsen ist empört. „Bei diesen Leuten fehlt es offenbar sowohl an Gefühl als auch an Anstand“, sagt Altiner. Er fordert die Sicherheitskräfte auf, „diesen Verein noch strenger in den Blick zu nehmen, als bislang“.

Der Vorstand des umstrittenen Vereins, Dennis Rathkamp, muss sich Ende Januar vor dem Amtsgericht einfinden. Ihm wird vorgeworfen, gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen zu haben. Vor etwa einem Jahr zeichnete er verantwortlich für einen Bücherstand am Kröpcke. Auf einem der Tische soll das Buch „Die Botschaft des Islam“ ausgelegen haben. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat das Buch auf den Index gesetzt. Als Verantwortlicher hatte Rathkamp einen Strafbefehl von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro erhalten. Dagegen setzt er sich jetzt vor dem Amtsgericht zur Wehr.

Andreas Schinkel 13.01.2015
Jörn Kießler 12.01.2015
13.01.2015