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Stadt Hannover Harte Strafen für Prügelei beim Frühlingsfest
Aus der Region Stadt Hannover Harte Strafen für Prügelei beim Frühlingsfest
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22:27 01.06.2015
Von Michael Zgoll
Auf dem Frühlingsfest 2014 schlug und trat ein Trio auf eine Gruppe von Auszubildenden ein. Quelle: Burkert (Symbolfoto/Archiv)
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Hannover

Dass ihm das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Ino Augenreich keine Bewährung zubilligte, hing mit dem Bündel an Vorstrafen zusammen, das der 22-Jährige mitgebracht hatte. Tim W. wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Zudem muss der 21-Jährige 750 Euro an die Opferhilfe-Organisation Weißer Ring zahlen und fünf Suchtberatungsgespräche führen – er ist Alkoholiker.

Der 19 Jahre alte Marcel H. muss lediglich 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten. Sein gleichaltriger Freund Robin W. wurde freigesprochen, weil ihm eine Beteiligung an der Prügelei nicht nachzuweisen war. „Entweder Sie haben Glück gehabt oder es ist Recht geschehen“, kommentierte Richter Augenreich diesen Teil des Urteils.

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Die Tat hatte sich vor einem Jahr ereignet, zu nächtlicher Stunde nahe dem Schützenplatz. Einer der Angeklagten zielte beim Urinieren auf zwei zufällig vorbeigehende Auszubildende – was einen Disput mit den beiden Passanten und ihren sechs Freunden nach sich zog. Der erste Meinungsaustausch wurde noch mit Worten ausgetragen, doch dann schlug die Stimmung um. Die drei verurteilten Männer, die aus dem Stadtbezirk Ricklingen stammen, begannen mit großer Härte auf die anderen Frühlingsfestbesucher einzuschlagen und sie zu treten. Dass einige der Opfer junge Frauen waren, scherte sie nicht.

Die Täter traten mit schwerem Schuhwerk auf die jungen Leute ein, verschonten auch deren Köpfe nicht. Ein weibliches und ein männliches Opfer waren zeitweise bewusstlos, die Ärzte notierten später bei einigen der Geschlagenen Verletzungen wie Prellungen und Blutergüsse, eine Gehirnerschütterung, die Schädigung eines Auges sowie einen Handbruch. Obwohl die Täter angetrunken waren, billigte ihnen das Jugendschöffengericht keine verminderte Schuldfähigkeit zu.

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