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Stadt Hannover Hausschlüssel geklaut: Mieterin muss Schaden ersetzen
Aus der Region Stadt Hannover Hausschlüssel geklaut: Mieterin muss Schaden ersetzen
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00:15 19.07.2016
Von Michael Zgoll
Fazit des Landgerichts: Die Klägerin beging mit dem leichtfertigen Taschentransport im April 2015 eine „schuldhaften Pflichtverletzung“. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

In einem Streit zwischen Vermieterin und Mieterin um einen Satz verschwundener Schlüssel hat das Landgericht derart viel Lebensnähe an den Tag gelegt, dass ein Rechtsstreit ein für allemal beendet worden ist. Nachdem die 11. Zivilkammer unter Vorsitz von Richter Ingmar Bachmann klar signalisiert hatte, dass die - ehemalige - Mieterin mit ihrer Berufungsklage scheitern würde, zog die 49-Jährige ihren Antrag zurück. Nun muss sie damit leben, dass ihr die Vermieterin beim Auszug die Kosten für verschollene Schlüssel und neu eingebaute Schließzylinder in Rechnung stellen durfte. Eine Handtasche in einem Fahrradkorb auf dem hinteren Gepäckträger ohne Sicherungen zu deponieren, so das Gericht, sei fahrlässig. Und wenn ein Dieb diese Handtasche dann unterwegs entwende, sei die Besitzerin - salopp gesagt - selbst schuld.

Die 49-Jährige hatte eine 72 Quadratmeter große Wohnung in der Südstadt bewohnt, war im Sommer 2015 ausgezogen. Doch dieser Auszug ging nicht friedlich vonstatten: Die Vermieterin behielt von der hinterlegten Mietkaution 743 Euro ein, die sie für die neuen Zylinder sowie Schlüssel von Haus- und Wohnungstür bezahlt hatte. Das aber mochte die scheidende Mieterin nicht akzeptieren. Sie argumentierte, ihr sei die Handtasche inklusive Schlüsselbund im April 2015 entwendet worden, auf der Georgstraße nahe dem Aegi aus dem Fahrradkorb heraus. Sie treffe keine Schuld, dass ihr die Schlüssel abhanden gekommen seien, also müsse sie auch nicht für den Verlust haften.

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Doch schon das Amtsgericht hatte das im Februar dieses Jahres anders beurteilt, hatte auch moniert, dass die Mieterin den Schlüsseldiebstahl nicht zweifelsfrei beweisen konnte. Und nun tauchte das Landgericht noch tiefer in die Materie um die Sicherung von Wertgegenständen auf Zweirädern ein. Durch den Taschentransport außerhalb ihres Blickfelds, so die 11. Zivilkammer, habe es die 49-jährige Klägerin professionell agierenden Dieben allzu leicht gemacht - zumal eine Handtasche bei potenziellen Tätern immer die Erwartung wecke, dass in ihr Wertvolles schlummert. Ein Minimum an Schutzvorkehrungen bestehe darin, einen Henkel über den Sattel zu schlingen, auch könne ein Radler die Tasche mit einem Schloss an Korb oder Rahmen fixieren. Alternativ hätte die Mieterin ihre Handtasche über den Lenker hängen oder in einem in ihrem Sichtfeld montierten Korb deponieren können. Und damit nicht genug der Alternativen: Der Frau hätte es auch freigestanden, ihre Wertsachen am Körper oder per Umhängetasche zu befördern.

Fazit des Landgerichts: Die Klägerin beging mit dem leichtfertigen Taschentransport im April 2015 eine „schuldhaften Pflichtverletzung“. Und damit muss die gebeutelte Frau für alle Kosten geradestehen, die aus dem Verlust von Haus- und Wohnungsschlüssel resultieren.

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