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Stadt Hannover Friederikenbrücke erhält Komplettsanierung
Aus der Region Stadt Hannover Friederikenbrücke erhält Komplettsanierung
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00:17 22.03.2019
Der Kran hievt das erste Brückenteil auf den Deich an der Graft. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Schon seit 2013 war die Friederikenbrücke über der Graft am Großen Garten in Herrenhausen nicht mehr verkehrssicher und deshalb gesperrt. Am Dienstag hat das Unternehmen SBI aus Dannenberg das historische Bauwerk mit einem großen Kran in zwei Teilen aus seinen Widerlagern gehoben und auf den Deich der Graft bugsiert. Es wird nach Stralsund gebracht und dort generalüberholt. Die Kosten belaufen sich auf 900.000 Euro.

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Brücke wurde für das Königspaar gebaut

Insgesamt gibt es vier Zierbrücken in den Herrenhäuser Gärten. Die 24,5 Meter lange und 25 Tonnen schwere Friederikenbrücke ist die größte von ihnen. Erbaut wurde sie in den Jahren 1839 und 1840 nach Plänen von Hofbaumeister Georg Friedrich Laves. „König Ernst August und Königin Friederike hatten damals ihre Sommerresidenz im Georgspalais, dem heutigen Wilhelm-Busch-Museum“, erläutert Gartendirektor Ronald Clark. Damit sie ohne große Umwege von dort in den Großen Garten gelangen konnte, wurde die Brücke über die Graft geschlagen. Hatte das Königspaar damals das exklusiver Wegerecht, wurde sie später auch für Otto-Normal-Gartenbesucher freigegeben und diente im Bedarfsfall als zusätzlicher Eingang.

Ein technisches Denkmal

Die Brücke gilt als technisches Denkmal von nationaler Bedeutung. Sie ist bereits zweimal saniert und mit einem zusätzliches Stahltragwerk verstärkt worden, weil die ursprünglichen filigranen Lavesträger in Fischrumpfform den Belastungen nicht mehr standhielten. Jetzt müssen Stahlbauer sämtliche Metallteile inklusive der gusseisernen Geländer entrosten, reparieren und streichen. Auch der Bodenbelag wird ausgetauscht. Die Widerlager erhalten vor Ort in Herrenhausen einen neuen Betonkern und eine Verblendung aus Naturstein. „Alles ist mit dem Denkmalschutz abgesprochen“, betont Clark.

Ergeben sich keine unliebsamen Überraschungen, kann die Brücke Ende September wieder genutzt werden. Damit wäre eine von insgesamt 29 Baustellen erledigt, die in den Herrenhäuser Gärten bereits laufen oder in den kommenden beiden Jahren anstehen. „Insgesamt investieren wir rund 20 Millionen Euro“, sagt Clark.

Von Bernd Haase