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Stadt Hannover Unter Strom
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20:54 08.01.2015
Von Simon Benne
Ein Prototyp? Das Hawa-Elektroauto, gebaut um 1922. Quelle: Historisches Museum
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Hannover

Vielleicht hat die Vergangenheit noch Zukunft: Schon wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg brachte die Hannoversche Waggonfabrik (Hawa) ein kleines Elektromobil auf den Markt. Eines der letzten erhaltenen Exemplare steht heute im Historischen Museum: „Wir wollen es bis zum 11. Februar wieder fahrtüchtig bekommen“, sagt dessen Direktor Thomas Schwark. Dann beginnt dort die Ausstellung „Hannover aufgeladen! – Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Die Ausstellung, teils konzipiert vom Deutschen Museum in München, ist eines der Highlights im jetzt vorgestellten Programm des Historischen Museums für 2015.

Sie skizziert nicht nur, wie Varta, Üstra oder Hawa in der Vergangenheit Strom nutzten, um Menschen mobil zu machen: „Elektromobilität ist auch ein urbanes Zukunftsthema“, sagt Sabine Meschkat-Peters, die im Büro des Oberbürgermeisters für die „Wissenschaftsstadt Hannover“ zuständig ist. Vor 90 Jahren erwies sich das Hawa-Elektroauto zwar als Flop, doch vielleicht setzen sich angesichts des Klimawandels solche Mobile jetzt im zweiten Anlauf durch. Derzeit gebe es bundesweit zwar 42 Millionen Autos und nur 28.000 Fahrzeuge mit Elektromotor, sagt Raimund Nowak von der Metropolregion, die das umfangreiche Begleitprogramm der Ausstellung unterstützt. Doch deren Zahl steige – und Hannover sei dabei in einer Art Vorreiterrolle.

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Neues im Schloss

Vor nicht einmal zwei Jahren wurde das Herrenhäuser Schloss eröffnet, doch sein Westflügel wird bereits zum zweiten Mal umgestaltet. Im vergangenen Jahr war die dort vom Historischen Museum eingerichtete Dauerausstellung zur Gartengeschichte für die große „Royals“-Ausstellung geräumt worden. Voraussichtlich vom 22. März an präsentiert sich die Gartenschau dort im neuen Gewand – und ohne die störende Pergola, die wie ein langer Raumteiler gewirkt hatte. „Es geht vor allem um die jüngere Geschichte der Herrenhäuser Gärten“, sagt Jennifer Hoyer, die beim Museum für die Neukonzeption zuständig ist. So soll gezeigt werden, wie Hannovers Bürger sich die einst königlichen Gärten im 19. und 20. Jahrhunderts angeeignet haben.

Hannover, kinderleicht

Um Stadtentwicklung geht es in der Ausstellung „Erklär mir mal Hannover!“, die im Historischen Museum am 19. Juli beginnt. Konzipiert wird sie von Klemens Kühn, einem der bundesweit besten Kuratoren für Kinderausstellungen: Er hatte auch „Mäuse, Money und Moneten“ sowie „Sag’, was war die DDR“ gestaltet, die in Hannover zu Publikumsmagneten wurden. „Wir wollen Kinder und Jugendliche dazu bringen, sich mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen“, sagt Jan Willem Huntebrinker vom Historischen Museum. Es gehe in der Schau nicht nur um die historische Entwicklung Hannovers – Kinder dürften auch selbst Hand anlegen und Stadtmodelle der Zukunft auf eigene Faust kreieren: „Die Ausstellung setzt aufs Mitmachen.“

Buchvorstellungen, Vorträge, Workshops

Dutzende Veranstaltungen stehen 2015 im Historischen Museum auf dem Programm. Zum Auftakt gibt’s am Sonnabend, 19 Uhr, „Charleston, Swing und Lindy Hop – Tanzen im Stil der Zwanzigerjahre“. Und am 13. Januar, 18 Uhr, präsentiert Historiker Andreas Fahl spektakuläre Luftaufnahmen von Hannover aus dem Ersten Weltkrieg. Der Vortrag ist eine Wiederholung; im vergangenen Jahr war die Veranstaltung überfüllt. Vergangenheit hat manchmal eben doch Zukunft.     

Dicke Luft im Schloss

Probleme mit dem Klima: Museumsmitarbeiter klagten zeitweilig über Reizhusten, an den Fensterscheiben kondensieren dicke Wassertropfen: In den Museumsräumen des Herrenhäuser Schlosses gibt es Probleme mit der Belüftungsanlage. „Sie pustet mit hoher Intensität, doch Gefahr für die Exponate besteht nicht“, versichert Museumsdirektor Thomas Schwark. Temperatur und Luftfeuchtigkeit seien konstant, man habe Gemälde verglast und Umlenkbleche auf die Luftdüsen legen lassen. Leider hätten Museumsmitarbeiter jedoch keinen direkten Zugang zu den Technikräumen des Schlosses. Das städtische Museum ist nur Mieter; zuständig für die Technik ist die Firma IVA KG, eine Tochter der Volkswagen Stiftung. Diese hatte das 2013 eröffnete Schloss für rund 20 Millionen Euro wieder aufgebaut. „Es besteht kein Grund zur Besorgnis“, sagt Stiftungssprecher Jens Rehländer. Baumängel seien bei Projekten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich: „Diese werden behoben werden.“ Einen Termin dafür nannte er freilich nicht. Heute soll der Generalsekretär der Stiftung, Wilhelm Krull, im Wirtschaftsausschuss zu dem Thema befragt werden.

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