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Stadt Hannover Berufsschullehrer darf nach Abmahnung weiter unterrichten
Aus der Region Stadt Hannover Berufsschullehrer darf nach Abmahnung weiter unterrichten
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13:39 23.02.2018
Dies schrieb der Berufsschullehrer an seine Schüler kurz vor einer Klassenarbeit. Trotzdem darf er weiter unterrichten. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

 Ein Berufsschullehrer, der seine Schüler in einem Whatsapp-Chat massiv beleidigt hat, darf nach einer Abmahnung weiter an der Schule unterrichten. Die Landesschulbehörde teilte mit, seine „unangemessene Wortwahl“ sei arbeitsrechtlich geahndet worden. Die Schule werde weiterhin sehr eng von der Behörde begleitet. Um die Lage zu beruhigen, habe man einen zweiten Lehrer in die Klasse geschickt. Dies sei aber kein„Aufpasser“ gewesen, betonte Behördensprecherin Bianca Schöneich. „Vielmehr handelte es sich hierbei um eine vorübergehende Team Teaching-Maßnahme zur Beruhigung der Situation an der Schule, die aber inzwischen abgeschlossen ist.“

Schüler und Ausbilder hatten dem Lehrer, der an der Berufsbildenden Schule 3 unterrichtet, vorgeworfen, vor allem Jugendliche mit ausländischen Wurzeln massiv beschimpft zu haben. Vor der Klasse habe er Sätze wie „Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen“ oder „Pass auf deine Kopftuchschlampe auf!“ geäußert. In einer Klasse soll er Schüler aufgefordert haben, sich mit dem Hitlergruß zu melden, sonst würden sie nicht drangenommen. 

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Keine konkreten Beweise für Hitlergruß-Vorwurf

Die Ermittlungen, auch die Befragungen der Schüler, hätten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, dass sich der beschuldigte Lehrer tatsächlich rassistisch geäußert oder die Schüler zu einem strafbaren Verhalten aufgefordert habe, sagte Schöneich von der Landesschulbehörde. Nachdem die Vorwürfe gegen den Pädagogen im vergangenen November öffentlich geworden waren, hatte auch die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen aufgenommen. Diese liefen noch, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge

Mit Blick auf das laufende Verfahren sowie auf schutzwürdige persönliche Belange der Betroffenen könne man keine detaillierteren Angaben machen, hieß es vonseiten der Landesschulbehörde. Das gelte auch für den Schulleiter. Bis das Verfahren abgeschlossen sei, gelte weiterhin die Unschuldsvermutung. 

 

Von Saskia Döhner

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