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Stadt Hannover Vom Bibliothekar zum IT-Spezialisten: Studiengang Informationsmanagement wird 40
Aus der Region Stadt Hannover Vom Bibliothekar zum IT-Spezialisten: Studiengang Informationsmanagement wird 40
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16:19 09.10.2019
Dozentin Silke Clausing (rechts), Prof. Monika Steinberg und Mitarbeiter Gerrit Wucherpfennig in der Bibliothek der Fakultät. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

„Früher war das, was in Büchern stand, die Wahrheit, die Bibliothekare waren die Herren des Wissens, heute gibt es eine ganze Informationsflut, und man muss lernen, das wirklich Wichtige herauszufiltern“: Prof. Martin Scholz (56), Dekan der Fakultät III für Design und Medien an der Hochschule Hannover, betont, dass seine Studierenden zu kritischen Denkern ausgebildet werden sollen. „Sie lernen, dass man sich auf nichts verlassen darf, jede vermeintliche Information muss überprüft werden.“ Natürlich sollten sie dabei aber nicht zu Agnostikern werden, die gar nichts mehr glaubten, sondern einfach „mit einem gesunden Misstrauen durchs Leben gehen“.

40 Jahre Informationsmanagement

Seit 40 Jahren gibt es an der Hochschule Hannover den Studiengang Informationsmanagement. Gefeiert wird das Jubiläum am Freitag, 11. Oktober, ab 10 Uhr bis in den Abend im Design Center an der Expo- Plaza– mit Vorträgen und Diskussionsrunden, aber auch mit Mitmachaktionen, etwa beim Buchbinden, und Ausstellungen. Was 1979 als Studiengang für den gehobeneren Bibliotheksdienst begann, ist längst zu einer Ausbildung mit IT-Schwerpunkt geworden. Es geht um Katalogisierung und Recherche, Medieninformatik und Informationsdidaktik, um Data Science, die Gestaltung von mobilen Applikationen und interaktiven Videos, um Programmierung, um die Nutzung von Webseiten und Suchmaschinen. Eines sei über die 40 Jahre aber eigentlich gleich geblieben, sagt Bibliothekarin und Dozentin Silke Clausing (41): „Wir erschließen uns Informationen.“ Natürlich spielten auch Informationsethik, Datenschutz und Urheberrecht eine große Rolle.

Rund 70 Erstsemester haben auch in diesem Jahr mit dem Bachelor-Studiengang begonnen, der sieben Semester dauert und zwei Praxisphasen einschließt. Nach dem Abschluss gebe es eine Reihe von Optionen, sagt Monika Steinberg (44), Professorin für Medieninformatik. Einige Absolventen arbeiteten später in Universitäts- und Spezialbibliotheken, andere bei Informationsdienstleistern, in Behörden, Werbe- oder Webagenturen. Zwischen 10 und 20 Prozent der Studierenden setzten den Schwerpunkt im Bibliothekswesen, sagt Clausing.

Auf der Spur der Suchmaschinen

Gerrit Wucherpfennig (33), wissenschaftlicher Mitarbeiter für Mediendidaktik, hat mithilfe von Legosteinen einen interaktiven Film über Suchmaschinen gedreht, der bei der Jubiläumsfeier Premiere hat. Selbstgesteuertes Lernen steht dabei im Mittelpunkt. Es sei erstaunlich, dass viele junge Menschen nicht wüssten, wie sie richtig mit Suchmaschinen arbeiteten, sagt Clausing. Es gebe immer wieder Nutzer, die ganze Sätze anstatt einzelner Stichwörter in die Suchmaske schrieben – nach dem Motto: „Hallo Google, wie finde ich dies und das?“

Prof. Scholz verweist darauf, dass nicht nur Google Daten über die Nutzer sammelt, sondern dass die User mit ihren Anfragen auch den Inhalt der Suchmaschinen veränderten. „Wenn plötzlich 1000 Menschen einen bestimmten Kosmetikartikel suchen, produzieren sie neue Daten, und der Artikel landet dann bei den nächsten Anfragen viel weiter vorn – was wiederum das Suchverhalten nachfolgender Nutzer verändert.“ So sieht das aus in der digitalen Welt. Wie man damit umgeht, wird im Studiengang Informationsmanagement gelehrt.

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