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Stadt Hannover Heino Wiese ist Moskaus Mann in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Heino Wiese ist Moskaus Mann in Hannover
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08:10 18.02.2016
Von Gunnar Menkens
Heino Wiese (links) mit Russlands Botschafter Wladimir Grinin. Foto: Wilde
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Hannover

Im Referenzrahmen russischer Lebensart trafen sich bei Akkordeonmusik, Borschtsch und durchsichtigem Schnaps mehr als 150 Gäste im Rathaus. „Der Wodka darf getrunken werden“, sagte Wiese zur Begrüßung, dies offenbar an Zweifler gerichtet. Es war noch Mittag.

Die Inaugurationsfeier war hoch angesiedelt. Ministerpräsident Stephan Weil war da, Landesminister ebenso wie viele weitere Sozialdemokraten. Martin Kind und Dirk Roßmann erschienen, aus der Medizin kam etwa MHH-Herzchirurg Prof. Axel Haverich.Honorarkonsul, das ist kein Job, der gendergerecht ausgeschrieben wird. Russland sucht sich aus, wer seine Interessen vertritt. Für das Konsulat Niedersachsen mit Sitz Hannover war zunächst Bauunternehmer Günter Papenburg angefragt. Der winkte ab, er trägt bereits den Titel eines Honorarkonsuls der Republik Kasachstan. Papenburg schlug dann Wiese vor. Diese Geschichte seiner Konsulwerdung erzählte Wiese gestern am Rande.

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Aus russischer Sicht erscheint dies keine schlechte Wahl. Vielleicht, weil Wiese „als wahrer und treuer Freund Russlands bekannt ist“, wie Botschafter Wladimir Grinin pathetisch lobte. Nützlich dürften auch etliche Kontakte sein, die der frühere SPD-Landesgeschäftsführer und Bundestagsabgeordnete inzwischen als Unternehmer und Mitglied zahlreicher Verbände nach Russland knüpfte. Unter anderem half er dem Modelabel s.Oliver, sich zu etablieren. Dass der Sozialdemokrat als guter Freund von Sigmar Gabriel und auch Gerhard Schröder gilt, der wiederum Russlands Präsident Wladimir Putin zu seinen guten Bekannten zählt, dürfte der Ernennung zum Honorarkonsul nicht im Weg gestanden haben. So gesehen reicht die Achse Putin-Schröder-Wiese nun bis ins Konsulat Hohenzollernstraße.

Ministerpräsident Weil forderte erneut, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu stoppen. „Sie bringen nichts, richten aber jede Menge Schaden an.“ Auch Wiese lehnt Sanktionen ab. Er will nun, trotz Ukraine-Krise, des Syrien-Konflikts und eines womöglich auflebenden Kalten Krieges, „die Beziehungen zu Russland verbessern“.

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