Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Hubschrauber-Landeplatz wird kaum genutzt
Aus der Region Stadt Hannover Hubschrauber-Landeplatz wird kaum genutzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:36 09.01.2017
Von Mathias Klein
Weiter Ausblick, aber selten genutzt: Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Siloah-Dach. Foto: Meding
Anzeige
Hannover

Zum Vergleich: An der Medizinischen Hochschule Hannover landet der Rettungshubschrauber mehrmals täglich mit Notfallpatienten.

Der an der MHH stationierte Rettungshubschrauber Christoph 4 hatte im vergangenen Jahr rund 1600 Einsätze, berichtete der Pressesprecher der Johanniter Niedersachsen, Oliver S. Bruse, lediglich 17-mal davon landete er 2016 auf dem Dach des Siloah. Die hannoverschen Krankenhäuser werden in bestimmten Fällen auch von den in Göttingen und Wolfenbüttel stationierten Rettungshubschraubern sowie vom Hubschrauber für Intensivpatienten angeflogen.

Anzeige

Die geschäftsführende Direktorin des Klinikums Siloah, Franziska Mecke-Bilz, betonte, für das Schwerpunktkrankenhaus Siloah - das keine Verletzten behandele - seien vier bis sechs Landungen pro Monat viel. Zudem sei ein Hubschrauberlandeplatz „ein essenzieller Infrastrukturbestandteil eines Schwerpunktkrankenhauses mit einem besonderen Versorgungsauftrag“. Daher wolle das Klinikum die Zahl der Landungen auch nicht bewerten.

In vielen Bereichen biete das Siloah eine Versorgung, die von überregionaler Bedeutung sei, meinte der ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Thomas Moesta. Als Beispiele nannte er die Lungen- und die Nierenheilkunde sowie die Gefäßchirurgie. In diesen Bereichen werde das Klinikum regelmäßig bei Notfällen angeflogen.

Der Landeplatz auf dem Dach des Krankenhauses konnte nach der Fertigstellung des Siloah zunächst monatelang nicht genutzt werden.

Die Feuerwehr hatte erhebliche Bedenken und verweigerte dem Klinikum zunächst die Genehmigung für die Nutzung des Heliports. Beim Bau waren Auflagen aus der Baugenehmigung zum Brandschutz nicht erfüllt worden. Wegen der exponierten Lage auf dem Klinikdach des Landeplatzes und der damit verbundenen Feuergefahr muss eine sogenannte Schaumdrucklöschanlage eingebaut werden. Die dient dazu, einen möglichen Brand des Fluggeräts möglichst schnell und wirksam zu löschen. Der beim Bau beauftragte Fachplaner habe allerdings nur eine einfache Schaumlöschanlage einbauen lassen. Daher musste die Löschanlage komplett neu installiert werden.

Die Kosten für die Nachbesserungsarbeiten hatte eine Versicherung übernommen. Welche Kosten der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Siloah verursacht hat, hat das Klinikum bislang geheim gehalten. Wegen der Schwierigkeiten hatte das Regionsklinikum auf eine zunächst geplante feierliche Eröffnung des Heliports verzichtet.

Bevor dort der erste Hubschrauber landete, war die Plattform, die wie ein überdimensionales Gartentrampolin aussieht, dennoch beliebt. Wegen der spektakulären Optik und der schönen Aussicht hatten sich dort immer wieder Landtagsabgeordnete fotografieren lassen.

Stadt Hannover Viele Unfälle und Verletzte - So erlebte Hannover das Blitzeis
08.01.2017
Saskia Döhner 08.01.2017