Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover IT-Probleme legen Finanzämter lahm
Aus der Region Stadt Hannover IT-Probleme legen Finanzämter lahm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 16.02.2015
Von Tobias Morchner
Die Mitarbeiter hatten wegen des IT-Fehlers keinerlei Zugriff auf ihre Daten. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Wie die Oberfinanzdirektion auf Anfrage der HAZ bestätigte, konnten beispielsweise Anfragen von Steuerzahlern an die Behörden in der Zeit zwischen 6 und 10.30 Uhr nicht beantwortet werden, weil die Mitarbeiter wegen des IT-Fehlers keinerlei Zugriff auf ihre Daten hatten. „Es hat ein Update der Benutzeroberfläche gegeben, dabei ist die Störung aufgetreten“, sagt Sebastian Blank, der Sprecher der Oberfinanzdirektion Niedersachsen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Finanzbehörden von einem landesweiten Systemabsturz betroffen waren. Vor etwa drei Wochen war es bereits zu einem ähnlichen Problem gekommen. Damals, das bestätigte die Oberfinanzdirektion, dauerte es ganze zwei Tage, bis die Finanzbeamten wieder auf ihre Rechner zugreifen konnten.

Anzeige

Nach HAZ-Informationen treten die Systemfehler gehäuft auf, seit die niedersächsischen Finanzbehörden auf eine neue, in nahezu allen Bundesländern genutzte, Finanzsoftware umgestellt haben. Das Programm mit Namen „Konsens“, das in Bayern entwickelt wurde, bereitet den Finanzbeamten immer wieder Kopfzerbrechen. „Es hakt an allen Ecken und Enden, mal mehr, mal weniger“, sagt ein Betroffener, der seinen Namen nicht nennen möchte. Die Kunden seien ziemlich frustriert. Wegen der anhaltenden Probleme soll sich bereits ein Finanzpräsident in einem Schreiben an seine Mitarbeiter für die Unannehmlichkeiten entschuldigt haben.

Die Oberfinanzdirektion Niedersachsen sieht bislang keine Zusammenhänge zwischen dem Einsatz des neuen Programms und den aufgetretenen Störungen. „Wir haben es hier mit sehr großen Rechnerleistungen zu tun und sind bestrebt, auftretende Fehler so schnell wie möglich zu beheben“, sagt der Sprecher der Oberfinanzdirektion. Steuerverwaltungen in anderen Bundesländern hatten bei der Einführung des Computerprogramms „Konsens“ allerdings mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie derzeit die Finanzbeamten in Niedersachsen. So muss die neue Software für jedes Bundesland neu angepasst werden - ein Schritt, der offenbar nicht so reibungslos funktioniert wie erhofft.

Bernd Haase 16.02.2015
Heiko Randermann 19.02.2015