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Stadt Hannover Immer mehr Bedürftige in der Suppenküche
Aus der Region Stadt Hannover Immer mehr Bedürftige in der Suppenküche
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19:17 04.12.2013
Cord Kelle, Taddäus Bobko und Alfred Ossege verteilen Rinderbrust mit Gemüse. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Die Zahl der Bedürftigen, die die kostenlose ökumenische Essenausgabe während der Wintermonate nutzen, steigt seit Jahren kontinuierlich an. In der vergangenen Saison 2012/2013 besuchten durchschnittlich 143 Besucher pro Tag die sogenannte Suppenküche, im Jahr davor waren es 140 Menschen, 2010/2011 machten noch täglich 117 von dem Angebot eines warmen Mittagessens Gebrauch. Seit zwei Jahren steigt die Zahl der Hilfesuchende zum Monatsende sogar auf bis zu 200 täglich an.

Seit dem 2. Dezember hat die Essenausgabe wieder montags bis sonnabends von 11 bis 13 Uhr in den Räumen der Caritas am Leibnizufer geöffnet – zum 25. Mal. Auch in dieser Saison bis zum 15. März rechnen die Veranstalter – Diakonisches Werk, Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde, Neustädter Hof- und Stadtkirche und St.-Clemens-Pfarrgemeinde – mit der Ausgabe von rund 12 .500 Mahlzeiten, mehr als 2000 Litern Kaffee, Tee und einer nicht zählbaren Menge an Obst, Brot, Kuchen und Keksen. Ehrenamtliche Teams verteilen die warmen Mahlzeiten an die Besucher, der Großteil wird in der Zentralküche des Friederikenstifts gekocht.

Die ursprünglich als Nothilfe für Obdachlose eingerichtete Suppenküche hat sich mehr und mehr zu einer Institution auch für Ältere, psychisch Kranke und Migranten aus Ost- und Südosteuropa entwickelt. „Was mir Sorge bereitet, ist der wachsende Verdrängungswettbewerb zwischen Flüchtlingen und Obdachlosen in der Stadt. Flüchtlinge sollen feste Unterkünfte erhalten, Obdachlose aber in Containern untergebracht werden“, kritisierte Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes zur Eröffnung der Suppenküchensaison. Nach Angaben vom Diakonischen Werk gelten 2500 bis 3000 Menschen in Hannover als Wohnungsnotfälle, die in Obdachlosenunterkünften, Gartenlauben, vorübergehend bei Freunden oder im Freien unter Brücken oder in der Eilenriede lebten.

Zusätzlich zu den vier Kirchengemeinden als Trägern der Essenausgabe hat sich ein neuer Partner gefunden: Im September hat Cord Kelle, Inhaber des Hotels und Restaurants Jägerhof in Langenhagen, mit Gleichgesinnten den Verein „KfO – Kochen für Obdachlose Hannover“ gegründet.

Schon im vergangenen Jahr hat Kelle allein 4000 Mahlzeiten für die Suppenküche gekocht, was der Versorgung eines ganzen Monats entspricht. „Mir fehlen noch Kollegen, die bereit sind, auch für Obdachlose zu kochen“, sagte er gestern. Bei den Besuchern haben sich Kelles Kochkünste schon herumgesprochen: Wenn er mittwochs und donnerstags sein frisch gekochtes Essen bringt, ist es besonders voll. Seit einigen Jahren bereitet außerdem die Neustädter Hof- und Stadtkirche den Besuchern der Suppenküche am 6. Dezember einen Nikolauskaffee – und beschenkt sie mit selbst gestrickten Socken, Schals und Handschuhen.

Die ökumenische Suppenküche wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Spendenkonto: Ev. Kreditgenossenschaft, Kontonummer 200 601 233, BLZ 520 604 10.

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