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Stadt Hannover In der Linie 4 wird es eng
Aus der Region Stadt Hannover In der Linie 4 wird es eng
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19:50 28.02.2014
Von Bernd Haase
Die Stadtbahnen werden voll: Nachmittags wird es auf der Linie 4 eng.
Die Stadtbahnen werden voll: Nachmittags wird es auf der Linie 4 eng. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Das Problem tritt vor allem nachmittags auf, wenn gleichzeitig Mitarbeiter der MHH im Roderbruch nach Dienstschluss und Studenten in der Nordstadt nach Ende der Vorlesungen zusteigen. Durch diese Effekte hat die Linie 4 die Linien 3 und 7 übertrumpft, die bisher die meisten Fahrgäste zählten. Akuten Handlungsbedarf sieht die Üstra noch nicht, hält sich aber Optionen offen. „Wenn es weiter eng bleibt, werden wir in Spitzenzeiten zusätzliche Bahnen einsetzen“, teilt ein Sprecher mit. Dafür will die Üstra grüne Stadtbahnwagen in Reserve halten, die von März an nach und nach durch die neuen Stadtbahnwagen TW 3000 abgelöst werden.

Üstra soll ihr Monopol behalten

Die Region will die Üstra langfristig vor Konkurrenten schützen und sie bis zum Jahr 2037 per Direktvergabe mit dem Bus- und Stadtbahnverkehr in Hannover betrauen. Einer entsprechenden Verwaltungsempfehlung hat jetzt der Verkehrsausschuss gegen Stimmen aus der CDU entsprochen. Die Christdemokraten waren nicht gegen die Pläne an sich, wollten das bestehende Monopol aber lediglich für 15 Jahre fortschreiben.

Die bestehenden Konzessionen für den Bus- und Stadtbahnverkehr laufen 2015 aus. Theoretisch könnte die Region sie auf dem Markt anbieten und damit Preise drücken. Genau das will sie aber nicht. „Wenn die bisherige Betrauung der Üstra nicht fortgesetzt wird, wäre der Bestand dieses kommunalen Unternehmens auf Sicht gefährdet“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Politik. Die Üstra befindet sich im Besitz von Stadt und Region. Auch will man den umfangreichen Investitionen etwa in die neuen Stadtbahnwagen Rechnung tragen sowie verhindern, dass sich andere Unternehmen nur wirtschaftlich lukrative Linien aussuchen und die schwächeren links liegen lassen. „Nicht zuletzt geht es um die Arbeitsplatzsicherheit von mehr als 1700 Beschäftigten“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region.

CDU-Politiker Eberhard Wicke findet, dass man auf Entwicklungen im Nahverkehr flexibler reagieren können müsse und wollte deshalb lediglich für 15 Jahre monopolisieren. Während die Bundesländer im Regionalverkehr den Wettbewerb forcieren, sieht es beim Stadtbahnverkehr anders aus. Bisher hat ihn keine Großstadt in private Hände gegeben.

Michael Zgoll 28.02.2014
Michael Zgoll 28.02.2014
28.02.2014