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Stadt Hannover Partygäste halten sich an Böllerverbot
Aus der Region Stadt Hannover Partygäste halten sich an Böllerverbot
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14:55 01.01.2019
Boellerverbot in Hannover Quelle: Heidrich
Hannover

Das erste Böllerverbot an Silvester in der Innenstadt ist von den Partygästen in der City weitgehend gut angenommen worden. Die Polizeidirektion Hannover zog am Neujahrsmorgen ein positives Fazit des groß angelegten Präventionseinsatzes. Der Großteil der Feierlichkeiten zum Jahreswechsel sei in der Innenstadt und im Umland von Hannover ruhig von statten gegangen. Auch die Stadtverwaltung zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Silvesternacht: „Das Verbot war richtig und erfolgreich“, teilte Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe am Dienstag mit.

Die Stadt Hannover hatte ein Verbot zum Mitführen und Zünden von Böllern und Raketen für weite Teile der Innenstadt verhängt, nachdem es in den vergangenen Jahren insbesondere am Kröpcke und am Opernplatz zu vielen Einsätzen wegen des Missbrauchs von Feuerwerkskörpern gekommen war. Um das Verbot zu überwachen, war die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften in der City unterwegs. Lautsprecherwagen wiesen die Besucher immer wieder auf das neue Verbot hin. 

Polizeigewerkschaft kritisiert Stadt

Kritik am Vorgehen der Verwaltung beim Böllerverbot kam unterdessen von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Niedersachsen. Landesvorsitzender Alexander Zimbehl beanstandete, dass die Stadt kein eigenes Personal auf die Straßen geschickt hatte, um die Einhaltung des Verbots zu überwachen. „Erst öffentlichkeitswirksam die Startpistole zu betätigen und dann keine Mannschaft ins Rennen zu schicken, ist halbherzig und belastet die Polizei mit klassischen kommunalen Pflichten“, sagte Zimbehl. In Köln seien in den vergangenen Silvesternächten rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Jugendschutz, Prävention, Ordnungsdienst und vom Bauhof eingesetzt worden. „Dieses Engagement vermissen wir hier in Hannover und das muss sich im nächsten Jahr ändern“, sagte der Gewerkschafter.

Die meisten Besucher der City halten das Verbot für richtig

Die Freunde Henri, Leon, Justine und Johanna waren am Silvesterabend ganz bewusst zum Kröpcke gekommen, um nachzusehen, ob das Böllerverbot tatsächlich eingehalten wird. „Im vergangenen Jahr war es wirklich schlimm hier, deshalb finden wir die Entscheidung der Stadt zum Verbot von Knallkörpern gut“, sagt Justine. Karl Dietrich und seine Begleiterin hatten Glück kurz vor dem Jahreswechsel. Sie waren am Kröpcke aus der Stadtbahn gestiegen, um dann zu Fuß zu einer Feier zum Aegidientorplatz zu gelangen und hatten ihre Feuerwerkskörper in einer Plastiktasche dabei. Kontrolliert wurden sie nicht. „Uns war nicht klar, dass man auch keine Böller mitnehmen darf“, sagt Dietrich. Grundsätzlich ist er für ein Verbot von Knallern zu Silvester in der City. „Das war in den vergangenen Jahren schon heftig“, sagt er. Nicht so viel Glück hatte eine Studentengruppe aus Italien. Eine Streife hielt sie im Steintor auf, als sie sich mit zwei Päckchen Raketen zum Feiern in Richtung Maschsee bewegen wollten. Die Feuerwerkskörper mussten die Hochschüler den Beamten übergeben. „Wir wussten nichts davon, dass man sowas nicht mal bei sich tragen darf“, sagte einer der Studenten. Die eingezogenen Raketen wanderten, wie alle von der Polizei sichergestellten Knallkörper in der Innenstadt auch, in bereit gestellte Mülltonnen.

Einige wenige Besucher, die offenbar nichts von dem Verbot gehört hatten, gaben ihre Feuerwerkskörper bereitwillig ab. So wurden etwa 500 Raketen und ebenso viele Böller in den mit Wasser gefüllten Tonnen entsorgt. Einsatzleiterin Gwendolin von der Osten zwar zufrieden mit dem Ergebnis: „Die Mitbürgerinnen und Mitbürger haben im überwiegenden Teil großes Verständnis für die Kontrollen an den Zugängen zur Verbotszone für Feuerwerkskörper gezeigt und waren sehr kooperativ.“ 

Polizei musste auch Schlägereien schlichten

Auch sonst verlief der Jahreswechsel in und um Hannover aus Sicht der Polizei überwiegend friedlich. Einige handfeste Auseinandersetzungen mussten die Ermittler dennoch schlichten. Gegen 23 Uhr gingen, nach Angaben der Polizei, an der Schillerstraße sechs Personen aufeinander los. Die Einsatzkräfte verhinderten Schlimmeres. Gegen 23. 30 Uhr bewarf vor dem Brauhaus Ernst August in der Schmiedestraße ein Mann einen anderen mit Feuerwerkskörpern. Auch hier gingen die Beamten dazwischen. Gegen 2 Uhr entwickelte sich vor einer Cocktailbar in der Nikolaistraße ein Streit, an dem zunächst rund 50 Personen beteiligt waren. Mindestens ein Gast wurde dabei verletzt. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige in Gewahrsam. In Oberricklingen wurde ein 29-Jähriger beim Böllern von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilt, hatte er sich um kurz nach Mitternacht auf der Göttinger Chaussee in Höhe der Einmündung der Wallensteinstraße aufgehalten, um einen Feuerwerkskörper zu zünden. Dabei erfasste ihn ein 48-Jähriger, der mit seinem Wagen von der Wallensteinstraße in Richtung Gredelfeldstraße unterwegs war.

Auch weniger Einsätze für die Feuerwehr

Die rund 320 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt hatten bei diesem Jahreswechsel zumindest beim Rettungsdienst deutlich weniger zu tun, als in den Jahren zuvor. „Das führen wir auch auf das Böllerverbot in der Innenstadt zurück“, sagte Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer. 247 Einsätze insgesamt mussten die Helfer erledigen. 168 davon waren Rettungsdiensteinsätze, 64 Brandeinsätze. 13 Menschen wurden durch den falschen Umgang mit Böllern verletzt. Die Verletzungen waren in der Regel leicht. Gegen 0. 30 Uhr rückten die Brandbekämpfer zum Moltkeplatz aus. Doch war ein Dachstuhlbrand gemeldet worden. Die Erkundungen vor Ort ergaben aber, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Wegen des Einsatzes kam es zu kurzzeitigen Verzögerungen bei der Buslinie 200. Gegen 5. 30 Uhr wurden die Einsatzkräfte zur Tischbeinstraße nach Groß Buchholz gerufen. Dort waren zwei Fahrzeuge und sechs Müllcontainer unter einem Carport in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen den Flammen auf das angrenzende Wohnhaus verhindern.

Von tm

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