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Stadt Hannover Was bewirkt die Kippe im Blumenbeet?
Aus der Region Stadt Hannover Was bewirkt die Kippe im Blumenbeet?
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06:00 28.02.2019
Hemmen Zigarettenkippen Pflanzen im Wachstum? Marisa Heiser hat es bei„Jugend forscht“ getestet. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Wenn es um Erkenntnis geht, schrecken manche Schüler nur vor wenig zurück. Marisa Heiser hat alte Zigarettenstummel im Gebüsch und auf der Straße aufgesammelt, um aus den Giftstoffen der Kippen einen Extrakt herzustellen. „Ich habe mir dafür Handschuhe angezogen und fand es trotzdem eklig“, berichtet die 14-Jährige. Insgesamt 101 Kinder und Jugendliche stellen noch bis Donnerstag Mittag im Lichthof der Leibniz-Universität Experimente vor, an denen sie oft viele Monate gearbeitet haben. Im Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ geht es dieses Mal um 57 Projekte, die eine Jury aus Experten bewertet.

Marisa hat ihrer Arbeit den provokanten Titel gegeben „Können Raucher tödlich sein?“. Bei einer Müllsammelaktion hatte die Zehntklässlerin gemerkt, dass vor allem Zigarettenkippen massenhaft in Büschen und Beeten herumliegen. Und sie fragte sich, was das für Pflanzenwachstum und Bodenbakterien bedeutet. Zumindest für Kresse nichts Gutes, fand die Schülerin vom Erich-Kästner-Gymnasium Laatzen heraus. „Kressesamen, die ich mit Zigarettenextrakt gieße, keimen seltener, die Pflanzen sehen bräunlich und gestresst aus.“ Bei Marisas Tests mit Bodenbakterien aus Erde vom Schulhof fielen die Ergebnisse nicht ganz so eindeutig aus. Dennoch hat sie schon Ideen für das nächste Mal, so viel Spaß macht ihr das Experimentieren. „Ich möchte gerne verschiedene Pflanzen über einen längeren Zeitraum testen.“

Jugend forscht ist oft der Einstieg in die Wissenschaft

So wie die 14-Jährige suchen sich viele Schüler zunächst oft Fragestellungen aus ihrem Lebensalltag. Es geht um Bioplastik, den Spielzeug-Schleim Slime, Taschenwärmer oder Lernen mit Computerspielen. Die Bedeutung von „Jugend forscht“ sei gar nicht hoch genug einzuschätzen, meint Hendrike van Waveren. Die Lehrerin hat über viele Jahre Schüler für den Wettbewerb motiviert. „Es ist gar nicht so wichtig, wer gewinnt. Die Schüler bekommen Geschmack an Wissenschaft, sie lernen durchzuhalten.“ Vor der Jury müssen sie ihr Projekt erklären. Die mündliche Prüfung im Abitur kann sie später kaum noch schrecken.

Ersatz aus der Natur – wenn Medikamente fehlen

Omar Toulaq Bakdasch sucht Alternativen zu Antibiotika. Quelle: Samantha Franson

Seine eigenen Erfahrungen hatte auch Omar Toulaq Bakdasch im Sinn, als er nach natürlichen Alternativen zu Antibiotika suchte. Der heute 18-Jährige wurde im Syrienkrieg verletzt und konnte damals nur schlecht behandelt werden. Im Wettbewerb testete er jetzt die Wirkung von Ingwer, von Honig und von Zitrone auf zwei Bakterienarten. „Besonders stolz bin ich auf den Ingwer“, sagt der Gymnasiast von der Herschelschule. „Mein Ziel ist es, dass Medizinstudenten mehr über alternative Methoden lernen, denn in Kriegsgebieten fehlen oft Medikamente.“

Bitte nicht füttern – warum?

Sebastian Baumann hat den Annateich unter die Lupe genommen. Quelle: Samantha Franson

Ein Verbotsschild hat Sebastian Baumann irritiert. Warum sollen die Vögel am Annateich nicht gefüttert werden? Der 17-Jährige von der Schillerschule hat deshalb die Gewässergüte des Sees untersucht. Er nahm Proben an drei unterschiedlich stark von Vögeln besuchten Stellen, testete das Wasser, sah sich die Häufigkeit von Plankton und Tieren wie Wasserläufern und Schnecken an. „Die Artenvielfalt leidet, wo Vögel durch Ausscheidungen zu viele Nährstoffe einbringen.“ Die Bestimmung von Arten habe „total Spaß gemacht“, sagt Sebastian. Ruderfußkrebslarven erkennt er jetzt auf Anhieb.

Was lässt Blumenkohl sprießen?

Lena Klar experimentiert mit Pflanzenhormonen. Quelle: Samantha Franson

Mit zwei Pflanzenhormonen hat Lena Klar sich beschäftigt. Die 16-Jährige wollte wissen, wie die beiden Phytohormone dabei helfen können, Pflanzen im Reagenzglas zu vermehren. Dazu hat sie kleine Knospen von einem Blumenkohlkopf abgezwackt und in Nährlösungen gesetzt. Das Gemüse eigne sich für solche Experimente besonders gut, erklärt die Jugendliche von der Humboldtschule. Das Ergebnis der Kohlforschung ist verblüffend. Je nach Mischungsverhältnis fördern Cytokinin und Auxin das Wachstum an unterschiedlichen Stellen: Mal sprießen Blätter stärker, mal der Stängel.

Warum rollen Rollen?

Felix (10), Evelina (10) und Michael (9) sind die einzigen Grundschüler im Wettbewerb (von links). Quelle: Samantha Franson

Er ist eindeutig der Jüngste: Der neunjährige Michael Troe geht noch zur Grundschule, genauso wie seine Teamkollegen Evelina Schäfer und Felix Badel. Das Trio hat auf einer abschüssigen Holzbahn Rollen und gefüllte Schraubgläser getestet. „Wir sind im Werkunterricht auf die Idee gekommen. Uns ist aufgefallen, dass nicht alles gleich rollt“, erzählt Evelina. Die Drei überschlagen sich geradezu mit ihren Erklärungen. Lehrerin Annette Lenz freut sich, dass die Grundschule Beuthener Straße zum ersten Mal dabei ist. „Die Kinder sehen sich sehr gerne andere Stände an und lernen dabei.“

Von Bärbel Hilbig

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