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Stadt Hannover Kämmerer: Bauamt neu bauen – an anderer Stelle
Aus der Region Stadt Hannover Kämmerer: Bauamt neu bauen – an anderer Stelle
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00:15 04.02.2015
Von Andreas Schinkel
Neubau am neuen Ort? Auch Stadtkämmerer Marc Hansmann will die umstrittene Bauverwaltung abreißen lassen. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Ein Gutachten hatte die Kosten für eine solche Sanierung auf bis zu 45 Millionen Euro taxiert. Abriss und Neubau wären günstiger, haben erste Berechnungen der Kämmerei ergeben. Eine solche Maßnahme aber wäre derzeit kaum umzusetzen - denn der Fünfzigerjahre-Bau ist denkmalgeschützt. Offiziell enthält sich Hansmann eines Kommentars zu dem Thema.

Auch Recherchen der HAZ ergeben, dass ein Neubau die Stadt deutlich weniger kosten würde als eine umfängliche Sanierung. Die Bauverwaltung neben dem Neuen Rathaus hat eine Netto-Grundfläche von 14.000 Quadratmetern. Der Preis für einen Büroneubau bewegt sich nach Auskunft von Bauunternehmern zwischen 1.500 und 1.800 Euro pro Quadratmeter. Nimmt man den höchsten Preis an, summieren sich die Kosten auf gut 25 Millionen Euro. „Dann könnten wir noch eine Tiefgarage bauen und uns die ebenerdigen Parkplätze sparen“, sagt ein erfahrener Bauunternehmer, der bereits etliche Bürohäuser in Hannover errichtet hat.

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Erst vor einem Jahr hatten SPD und Grüne eine „ganzheitliche Sanierung“ der Bauverwaltung beschlossen. Nicht nur die bröckelnde Fassade sollte erneuert, auch die Fenster sollten ausgetauscht, eine neue Heizung und Sanitäranlagen eingebaut werden. Würde sich die Stadt nur auf eine Grundsanierung beschränken, wären 15 bis 20 Millionen Euro fällig. Die Fassade ist seit vergangenem Jahr eingerüstet, weil Teile der Außenwand herunterzufallen drohen. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass Stahlteile im Beton korrodieren.

Die SPD rückt bereits von ihrem Wunsch nach Komplettsanierung ab und fordert die Stadt auf, mit den Denkmalschützern zu reden. Auch der Kämmerer kann sich offenbar für einen Neubau erwärmen. Der SPD-Ratsfraktion soll er vorgeschlagen haben, ein neues Gebäude für die Bauverwaltung auf der östlichen Seite des Rathauses in Richtung Willy-Brandt-Allee in Erwägung zu ziehen. Dort hatte die Bauverwaltung Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Sitz - in einem von Architekt Hermann Eggert geschaffenen neugotischen Gebäude. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zerstört, das neue Bauamt entstand 1954 auf der gegenüberliegenden Seite.

Ein Neubau an anderer Stelle hätte den Vorteil, dass die Mitarbeiter der Bauverwaltung nicht zwischenzeitlich in ein drittes Haus einquartiert werden müssten. Solche Zwischennutzungen verursachen erfahrungsgemäß hohe Kosten. Die Behördenmitarbeiter könnten so lange in ihrem alten Gebäude residieren, bis der Neubau gegenüber fertig ist.

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Ausgerechnet das hannoversche Bauamt ist wegen seiner bröckelnden Fassade zur Gefahr für Passanten geworden. Das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus muss laut einem Gutachten aufwendig saniert werden. Die Kosten dafür liegen irgendwo zwischen 15 und 45 Millionen Euro.

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Bis zu 45 Millionen Euro soll die Sanierung des städtischen Bauamtes kosten – so viel wie das Regionshaus und der Sprengel-Anbau zusammen. Die Opposition hält das bei dem denkmalgeschützten Gebäude für Unsinn, auch Rot-Grün hat Zweifel.

Andreas Schinkel 22.01.2015
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Die millionenschwere Sanierung der Bauverwaltung neben dem Neuen Rathaus sorgt für Zündstoff in der rot-grünen Ratskoalition. Die voraussichtlichen Kosten in Höhe von 45 Millionen Euro sind den Sozialdemokraten zu hoch: „Dafür können wir 13 Schwimmbäder sanieren“, heißt es aus der SPD.

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