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Stadt Hannover Kamera filmte tödlichen Schuss in Anderten
Aus der Region Stadt Hannover Kamera filmte tödlichen Schuss in Anderten
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19:23 11.06.2015
Von Jörn Kießler
Die Staatsanwaltschaft hat die Zeugen des Todesschusses in Anderten gefunden - und wertet zudem ein Video aus. Quelle: Elsner
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Anderten

Schon bald könnte feststehen, ob es sich bei den tödlichen Schüssen auf einen 18-Jährigen in Anderten tatsächlich um Notwehr handelte oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat die beiden Männer gefunden, die den mutmaßlichen Einbrecher begleiteten, der von Bassam A. erschossen wurde. Zudem haben die Ermittler ein Video sichergestellt, das in der Tatnacht aufgenommen wurde und das Geschehen rund um die Autowerkstatt zeigen soll.

„Wir haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die beiden Begleiter des Moldauers ausfindig machen können“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Beide seien bereit, eine Aussage zu machen, und sollten noch am Donnerstag zu den Geschehnissen in der Nacht zu Dienstag vernommen werden.

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Gegen 1 Uhr hatte der 40 Jahre alte Werkstattbesitzer Bassam A. auf drei Männer vor seinem Haus an der Lehrter Straße gefeuert und dabei einen 18-Jährigen getroffen. Der junge Mann schaffte es noch, sich 200 Meter weit zu schleppen, brach dann aber leblos zusammen. Trotz einer Notoperation starb er in den frühen Morgenstunden in einer Klinik. Die Polizei ermittelt seitdem gegen A. wegen des Verdachts auf Totschlag. Am Mittwochabend schickte ein Haftrichter den 40-Jährigen in Untersuchungshaft.

Kamera filmte, was sich abspielte

„Ich habe direkt heute morgen um 7 Uhr Antrag auf Haftprüfung gestellt“, sagte Rechtsanwalt Benjamin Schmidt, der A. gemeinsam mit Fritz Willig und Klaus Rudolph vertritt. Er geht davon aus, dass der Termin in den kommenden 14 Tagen stattfinden wird und Bassam A. wieder auf freien Fuß kommt. „Die Tat war eine klare Notwehrlage“, sagt Schmidt. Bassam A. sagte selbst aus, dass er in der Nacht Geräusche vor der Tür gehört habe und daraufhin eine der Waffen geholt habe, die er als Mitglied eines Sportschützenvereins legal besitzen darf. Als er vor die Tür ging, habe er die drei Männer entdeckt, von denen einer eine Waffe getragen haben soll. „Als er dann noch das Wort ,Schieß!’ hörte, gab mein Mandant blind einen ungezielten Schuss ab“, sagt Rudolph.

Diese Version hält die Staatsanwaltschaft jedoch nicht für glaubhaft. In seiner Vernehmung habe A. widersprüchliche Aussagen gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Klinge. „Dabei ging es meines Wissens nach nur um zwei Unterschiedliche Entfernungsangaben, die unser Mandant machte“, sagt Schmidt. Diese habe die Staatsanwaltschaft aber falsch verstanden. „A. sagte zunächst aus, dass die Täter etwa einen halben Meter von ihm entfernt waren, als er aus dem Fenster schaute“, erklärt Schmidt. „Als er vor die Tür trat, waren sie jedoch vier bis fünf Meter entfernt.“

Licht in die Sache könnte nun ein Video bringen, dass die Ermittler sicher gestellt haben. Es wurde von einer Kamera aufgenommen, die offenbar fest in der Nähe des Tatorts installiert ist. „Wir werten die Aufnahmen derzeit aus und werden sie dann mit den Aussagen des Verdächtigen und denen der beiden Zeugen vergleichen“, sagte Klinge.

"Aufnahmen werden Mandanten entlasten"

Rechtsanwalt Benjamin Schmidt hat zwar erst einige Screenshots der Videoaufnahmen gesehen, die nach seiner Aussage sehr schlechte Qualität haben, dennoch geht er davon aus, "dass die Videoaufnahmen unseren Mandanten entlasten werden".

Jedoch geht der Rechtsanwalt ebenso davon aus, dass die beiden Begleiter des 18 Jahre alten Moldauers versuchen werden, sich und das Opfer zu entlasten. "In diesem Zusammenhang muss man aber auch einmal ihr Verhalten in der Nacht näher betrachten", sagt Schmidt. Schließlich hätten die beiden ihren Freund schwer verletzt am Tatort zurückgelassen und seien einfach geflüchtet.

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