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Stadt Hannover Ost-Rocker geben Drei-Stunden-Konzert in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Ost-Rocker geben Drei-Stunden-Konzert in Hannover
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00:18 30.11.2017
Die "Rock Legenden" sind in Hannover:   Bernd Römer, Christian Liebig, Claudius Dreilich und Martin Becker von Karat (v.l.) sowie “Maschine" Dieter Birr werben für ihre gemeinsame Tournee. Quelle: Heidrich
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Hannover

 Sie sind seit mehr als vierzig Jahren im Geschäft. Jetzt kommen die ehemals ostdeutschen Gruppen Karat, City und der Frontmann der Puhdys, Dieter Birr, alias Maschine nach Hannover, um am 12. Januar in der Swiss Life Hall das dritte Festival der Rock Legenden zu feiern.  Veranstalter Semmel Concerts hat für die Tournee 2018 der Altrocker rund 20 Konzerte auf die Beine gestellt, das Gipfeltreffen deutscher Rockmusiker bestreiten nun die Bands aus der ehemaligen DDR. „Die Leidenschaft bricht immer durch, wenn wir zusammen Musik machen“, sagt Birr. 47 Jahre lang war er der Frontmann der Puhdys, mit denen er auch zum festen Bestandteil der bisherigen Rock-Legenden-Tourneen gehörte. Jetzt kommt er mit neuen Musikern auf der Bühne und präsentiert Songs aus zwei Soloalben. Doch natürlich hat er auch die Kulthits der Puhdys im Gepäck. 

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Zum dritten Mal dabei sind Karat. Ihre inzwischen 42-jährige Geschichte - im September erschien das letzte Album - steht für vielschichtige Kompositionen - eher sanft, aber nie kraftlos. Helene Fischer, Chris de Burgh, Matthias Reim, Peter Maffay aber auch Scooter haben Karat-Songs schon gecovert. „Wir müssen einfach Musik machen, wir können ja nichts anderes“, meint Gitarrist Bernd Römer. Der  Drei-Stunden-Auftritt in Hannover soll ein richtiges Festival werden. „Nur, dass nicht umgebaut werden muss auf der Bühne“, betont Bandkollege Christian Liebig.

Jede der Bands ist neben der Rock-Tour auch alleine unterwegs. „Wir spielen eigentlich immer durch, ganzjährig“, so Römer. Das war auch schon zu DDR-Zeiten so.  „Als Ur-Musiker gehören wir unter die Leute“, meint auch Keyboarder Martin Becker. Karat-Sänger Claudius Dreilich ist seit 12 Jahren dabei, er ersetzte seinen verstorbenen Vater Herbert.  Als Ost-Rocker empfinden sich weder Birr noch die Musiker von Karat. „Wir haben irgendwann festgestellt, dass die im Westen die selben Gitarrengriffe haben“, sagt Birr. Musik ohne Grenzen. Die Bands mit Wohnsitz in Berlin haben bereits lange Hannover-Erfahrung. Sie haben während der Expo große Konzerte gegeben, verregnete Auftritte auf der Gilde-Parkbühne gefeiert und vor kleinerer Runde in der Rotation und im Capitol gespielt. Auch bei der Wahlparty von Gerhard Schröder zum Bundeskanzler waren Birr und die Puhdys dabei – „da hat er seiner Doris eine öffentliche Liebeserklärung gemacht“ –, und die Scorpions kennen sie ebenfalls. „Wir haben mal eine lange Kneipennacht zusammen verbracht“, erinnert sich der ehemalige Puhdys-Frontmann. In Sachen Rock und Legende sei man in Hannover daher bestens aufgehoben. 

Von Susanna Bauch