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Stadt Hannover Kinder komponieren mit Experten eigenen Song
Aus der Region Stadt Hannover Kinder komponieren mit Experten eigenen Song
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00:21 27.02.2015
Lena (8) steuert auf ihrer Geige eine Melodie zu dem neuen Lied bei, das die Kinder der Kinderuni Hannover an der HMTMH zusammen komponieren.  Quelle: Wallmueller
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Hannover

„Es ist toll, dass man Kindern durch solche Aktionen Spaß am Lernen vermitteln kann“, sagt Spax. Daher habe er nicht lange überlegen müssen, als Vogels ihn gefragt hat, ob er sich nicht an dem Projekt mit dem Titel „Welche Sprache sprechen Musiker“ beteiligen wolle. Gemeinsam zeigten sie den jungen Teilnehmern, wie lebendig alte Musik sein kann – indem sie Schallplatten aus dem Archiv des Center of World Music in Hildesheim zu einem neuen Song zusammenfügten. „Das Archiv ist eine Schatzkammer für Sprachen und Melodien aus aller Welt“, erklärt Vogels seinen Zuhörern. „Die Klänge sind nicht nur verkrustete Vergangenheit.“

Bevor es ans Komponieren geht, dürfen die Kinder zunächst alles fragen, was sie schon immer über Musik wissen wollten. „Wozu braucht man Musik eigentlich“, will ein Junge wissen – und prompt antworteten statt der Dozenten die anderen Kinder. „Weil sie Spaß macht“, sagt ein Mädchen. „Wenn man Musik hört kann man auch gut träumen“, ergänzt ein Junge. Die Fragen, wie das mit dem Aufnehmen funktioniert, was genau die Membran bei einem Lautsprecher ist und wie eine Nadel, die die Rille einer Schallplatte entlangläuft, Klänge erzeugen kann, müssen dann allerdings doch wieder die Experten beantworten.

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Schließlich kommt es zu dem Teil, auf den alle jungen Besucher gewartet haben: Sie dürfen mit einem echten Rapper ein Lied aufnehmen. „Das funktioniert wie eine Collage: Wir nehmen kleine Stücke aus ganzen Melodien und basteln daraus was Neues“, sagt Spax.

Zuerst darf Anna-Marie sich eine der alten Schallplatten aussuchen – sie nimmt die mit dem weißen Pferd auf dem Cover, weil es so niedlich ist. Dann dürfen einige mutige Kinder eigene Melodien und Rhythmen einspielen. „Ich kann eigentlich mehr aus meiner Trommel rausholen, aber ich hatte Angst“, sagt Yukio, als er von der Bühne geht. Der Achtjährige hatte sich als Erstes vor das Mikrofon getraut. „Ich nehme zu Hause mit meinem Papa auch Musik auf, aber so vor allen war’s schon komisch.“ Nachdem auch Amira (11) gezeigt hat, was sie auf der Flöte kann und Philos (9) mit dem Kontrabass eine Bassline beigesteuert hatte, war auch für Lena (8) der große Moment gekommen: Sehr verhalten fängt sie an, ihrer Geige die Töne zu entlocken – doch schließlich scheint sie das Publikum zu vergessen. „Ich hab in der Schule und in der Kirche schon mal ein Konzert gegeben, trotzdem war ich total aufgeregt“, sagt sie. Doch das Publikum belohnte ihren Mut mit reichlich Applaus. Zum Abschluss rappte Spax noch einen Text auf das neue Lied.

„Das war total cool, vor allem das Rappen“, sagt Marlene nach der Veranstaltung begeistert. Die Zehnjährige war aus Peine mit dem Zug angereist. „Das war schon total spannend, und hier war es dann auch super cool“, sagt sie. „Ich wusste nicht, dass man aus so uralten Platten noch was Cooles machen kann.“     

Lisa Malecha

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