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Stadt Hannover Grüne verlangen Beweisfotos zur Lothringer Straße
Aus der Region Stadt Hannover Grüne verlangen Beweisfotos zur Lothringer Straße
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13:00 21.12.2018
Die Stadt hat die Fahrbahn der Lothringer Straße sanieren lassen. Quelle: Foto:
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Kirchrode

Warum ist die Lothringer Straße in Kirchrode genau vor der Haustür von Ministerpräsident Stephan Weil saniert worden? Über diese Frage hat sich im Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode eine hitzige Debatte entwickelt. Im Raum steht der Verdacht, die Fahrbahndecke sei ihres prominenten Anwohners wegen bevorzugt und ohne Kostenbeteiligung der Anwohner repariert worden, obwohl die Straße deutlich weniger beschädigt gewesen sei als andere. Zudem sei der Bezirksrat über das Vorhaben nicht informiert worden.

Außer Beweisfotos zur Lothringerstraße verlangt die Grünen-Fraktion um ihre Vorsitzende Annette Volland Informationen von der Stadtverwaltung zur Dokumentation von Straßenschäden im Stadtbezirk. Stefanie Seeliger vom Stadtbezirksmanagement teilte den Bezirksratspolitikern mit, dass die Straßen „routinemäßig begangen und Schäden dokumentiert“ würden. Man werde bei der zuständigen Fachabteilung nachhaken, ob Bildmaterial vorliege, sagte sie.

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Damit geben sich die Grünen nicht zufrieden. Volland fordert eine genaue Auskunft darüber, „wer wann und wo“ den Zustand der Straßen kontrolliert. Für sie sei es noch immer nicht nachvollziehbar, weshalb andere beschädigte Straßen – wie die Namedorfstraße – nicht ebenso saniert worden seien wie die Lothringer Straße.

Hierzu vermochte auch Stadtplaner Matthias Fabich keine Antwort zu geben. Er sei kein Tiefbauingenieur und könne nichts zum Untergrund der Straßen sagen. Dieser sei aber entscheidend für die Entscheidung über Sanierungsmaßnahmen. Zur nächsten Bezirksratssitzung will Bezirksratsbetreuerin Emine Yilmaz daher einen Mitarbeiter der Fachabteilung Tiefbau hinzuziehen. Dieser soll dann auf konkrete Fragen der Bezirksratsmitglieder eingehen.

Die bisherige Informationspolitik der Stadtverwaltung prangert auch der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bezirksrat, Norman Ranke, an. „Es geht hier um Transparenz!“, lautete sein Appell an die Verwaltung. Sie solle dem Stadtbezirksrat regelmäßig über größere Instandsetzungsmaßnahmen berichten.

Von Jacqueline Hadasch