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Stadt Hannover Kleine und große Stars auf vier Beinen
Aus der Region Stadt Hannover Kleine und große Stars auf vier Beinen
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00:15 21.01.2015
Von Veronika Thomas
Foto: Die Show von Apassionata in der TUI Arena Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Man muss nicht zwangläufig verrückt nach Pferden sein, um Fan von Apassionata zu werden. „Tierliebe reicht“, meint Hannelore Kraus, die mit einer Freundin aus Hildesheim zur Show in die Tui-Arena gekommen ist - zum nunmehr sechsten Mal. „Pferde sind für mich nun mal die schönsten Tiere überhaupt“, findet die Seniorin. Die Show selbst sei einzigartig und jedes Jahr anders. Andere Fans sind deutlich jünger. Die sechsjährige Melina trägt stolz ein Plüschpferd unter dem Arm, das ihre Mutter Katja Riekers gerade gekauft hat. Felix soll es heißen, ihre Freundin Marie nennt ihr soeben erworbenes Plüschtier, ein Pferd natürlich, Katharina. Die Mitarbeiter in den Fanshops haben an diesem Tag gut zu tun.

„Die goldene Spur“ heißt die aktuelle Apassionata-Show, mit der das Unternehmen mit Sitz in Berlin seit November durch 29 deutsche und europäische Städte wie Zürich, Prag, Wien und Helsinki tourt. Es ist die zwölfte Tournee, bis zu ihrem Ende im Juni werden sie rund 500.000 Gäste gesehen haben; seit ihrem Start 2003 dürften es sieben Millionen Zuschauer sein. Seit 2008 werden die verschiedenen Dressuren durch eine Geschichte verbunden, die sich wie ein roter Faden durch das Programm zieht - begleitet durch aufwendige Lichteffekte, Videokunst und Tanzeinlagen.

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Dieses Mal begleiten die Zuschauer einen gewissen Pierre auf der Suche nach einer verschwundenen Frau, in einem alten Gemälde gefangen, die ihr Lächeln verloren hat. Wie immer sind Equipen aus ganz Europa mit den unterschiedlichsten Pferderassen mit dabei wie Friesen, Shire Horses, Andalusier, Lusitanos, Araber, Westernpferde, Shetlandponys und Esel. Pierre ist einer der Stars der Show, verkörpert durch den Italiener Bartoli Messina mit einer spektakulären Freiheitsdressur. Er lenkt seine bunt gemischte Pferdeherde ohne Zaumzeug und Trense lediglich mit Gesten und einem kaum sichtbaren, feinen Stab. Liebling seiner Nummer, vor allen bei den Kindern, ist Shetlandpony „Charly“, laut Guinnessbuch 2013 der kleinste Hengst der Welt - weil er so gern aus der Reihe tanzt.

Atemberaubendes zeigt auch der Franzose Laury Tisseur mit seiner Ungarischen Post. Er steht dabei auf dem Rücken zweier Lusitanos, während er vier weitere Pferde gleichzeitig dirigiert, über Hürden springen und darunter hindurch laufen lässt, während er selbst darüber springt. Wie grazil sich ein Warmblüter der Rasse Sherwood Shires bewegen kann, zeigte Daphne de Visser mit ihrem Pferd „Sam“, das immerhin ein Gewicht von einer Tonne auf die Waage bringt. Es beherrscht sogar den spanischen Schritt. Eine Augenweide für Pferdefreunde - wie auch die Friesen-Equipe von Petra Geschonneck mit einer eleganten Dressur-Quadrille.

Angst vor dem Feuer dürfen die Pferde der Equipe des Spaniers Sebastian Fernandez nicht haben. Seine drei Hengste umkreisen völlig gelassen eine Feuerschale, selbst die drei Meter langen Garrocha-Fackeln bringen sie nicht aus der Fassung. Der Komödiant der fesselnden und kurzweiligen Show, Laurent Jahan in der Rolle des Nachtwächters François, schafft es, sein Westernpferd auf ein Kopfkissen zu legen und mit einer Decke zuzudecken. Um das vermeintlich schlafende und auf dem Rücken liegende Tier aufzuwecken, zieht er es - erfolglos - an den Beinen. Was so spielerisch und komisch aussieht, ist Dressur auf ganz hohem Niveau - und ein wunderbarer Schluss. Am Ende jubeln rund 10 000 Zuschauer lautstark für eine zweistündige Show voller Poesie, Action, hochkarätigen Dressuren und Komik.

Das Programm für die Saison 2015/2016, „Im Bann des Spiegels“ steht übrigens schon fest. Tourstart ist im Oktober. Die vielen Fans wird’s freuen.

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