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Stadt Hannover Klosterkammer muss Künstlererbe behalten
Aus der Region Stadt Hannover Klosterkammer muss Künstlererbe behalten
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21:11 04.01.2017
Von Michael B. Berger
Künstler Erich Klahn: Werke mit Stiftungszweck des Klosterfonds vereinbar? Quelle: Archiv
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Hannover

Der Bundesgerichtshof wies jetzt eine Beschwerde der Klosterkammer gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle vom März vergangenen Jahres zurück.

Das OLG hatte entschieden, dass die Klosterkammer nicht einfach einen Vertrag mit der Klahn-Stiftung kündigen könne, wie es 2014 geschehen war. Es geht dabei um mehr als 1000 Werke des Künstlers, die bis 2014 im Kloster Mariensee zu sehen waren. Klahn wird vonseiten der heutigen Verantwortlichen der Klosterkammer eine zu große Nähe zum Gedankengut des Nationalsozialismus vorgeworfen, was die Erben des Künstlers sowie Celler Kunstfreunde massiv bestreiten.

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Was das höchstrichterliche Urteil in der Praxis bedeutet, ist noch unklar. „Die Klosterkammer wird den Betrieb der Klahn-Stiftung nach Maßgabe der Urteile wieder aufnehmen“, sagte Klosterkammer-Direktor Andreas Hesse gestern. So würden die im Kloster Mariensee gelagerten Kunstwerke der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht - „im Rahmen der normalen Öffnungszeiten, die am 17. April nach der Winterpause beginnen“, sagte Hesse. Die Kammer werde allerdings prüfen, ob und in welchem Umfang der Betrieb der Klahn-Stiftung mit dem Stiftungszweck des Allgemeinen Klosterfonds vereinbar sei.

Der frühere Klosterkammerpräsident Axel Freiherr von Campenhausen hatte 1998 den Nachlass des Künstlers als Schenkung übernommen - mit der Auflage, die Werke Klahns auch zu zeigen.

Bärbel Hilbig 07.01.2017
Tobias Morchner 07.01.2017