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Stadt Hannover Wenn Obdachlose krank werden
Aus der Region Stadt Hannover Wenn Obdachlose krank werden
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07:52 13.08.2013
Von Veronika Thomas
Krank und mittellos: Der  21-jährigen Mirela P. musste ein Unterschenkel amputiert werden. Ehe sie nach Rumänien zurückkehrt, soll sie wenigstens lernen, mit ihrer neuen Prothese zu laufen. Quelle: Kostyrko
Hannover

Menschen, die auf der Straße leben, legen sich wegen einer Grippe nicht ins Bett. „Die Bewohner, die zu uns kommen, sind zumeist schwer krank“, sagt Corinna Genz, Leiterin der Krankenwohnung „Die KuRVe“, die in der Helmstedter Straße in Döhren einen neuen Standort gefunden hat. Eigentümer der 150 Quadratmeter großen Wohnung, in der Obdachlose nach Krankenhausaufenthalten wieder gesundgepflegt und betreut werden, ist die Marktkirchen-Gemeinde.

Der Umzug war notwendig geworden, weil die Henriettenstiftung in Kirchrode, in der „Die KuRVe“ zuvor untergebracht war, Eigenbedarf angemeldet hatte. Es sind zumeist ältere Obdachlose, die in der „KuRVe“ mit insgesamt sechs Betten medizinisch und sozial betreut werden. Die 56-jährige Heidemarie K. lebt aufgrund einer langwierigen Krebstherapie seit einem Jahr hier. Jetzt sucht die ehemalige Verwaltungsangestellte, die 20 Jahre auf der Straße gelebt hat, eine eigene Wohnung. Durchschnittlich vier Monate bleiben die obdachlosen Männer und Frauen in der Einrichtung des Diakonischen Werks. Die meisten von ihnen wollen danach nicht wieder auf die Straße zurück.

Nach Angaben von Gottfried Schöne vom Diakonischen Werk leben in Hannover rund 3000 Wohnungslose, 300 bis 500 von ihnen dauerhaft auf der Straße. Die Zahlen liegen deutlich über der Schätzung der Stadt, die von rund 1000 Wohnungslosen weniger ausgeht. Ein Zuwachs ist aber unstrittig, weil es immer schwieriger werde, sagt Schöne, eine billige Wohnung zu finden.

Scharfe Kritik äußerte Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes an den Krankenkassen, die sich weigerten, die medizinische Versorgung nicht Krankenversicherter zu übernehmen. „Das ist skandalös und bei den hohen Überschüssen der Kassen nicht hinnehmbar, dass diese Menschen durch Spenden finanziert werden müssen“, sagte der Leiter des Diakonischen Werks Hannover.

Eine von ihnen ist die 21-jährige Mirela P, die seit Dezember 2012 als Patientin in der Krankenwohnung lebt. Aufgrund einer erblich bedingten Durchblutungsstörung musste ihr der linke Unterschenkel amputiert werden, mithilfe von Spenden wurde eine Prothese angefertigt. „Wir wollen sie so lange pflegen, bis sie gelernt hat, damit zu laufen“, sagt Genz.

War es Mord, war es Totschlag in einem besonders schweren oder doch nur in einem minderschweren Fall? Die Plädoyers von Nebenklägeranwalt, Staatsanwalt und Verteidiger vor dem hannoverschen Schwurgericht gewichteten das Verbrechen, das Michael K. Heiligabend 2012 in Linden-Süd beging, am Montag sehr unterschiedlich.

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