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Stadt Hannover Nordstadt-Krawalle: „Werner’s“-Wirtin war in Sorge um Betrieb
Aus der Region Stadt Hannover Nordstadt-Krawalle: „Werner’s“-Wirtin war in Sorge um Betrieb
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00:22 01.03.2019
Diesen Zettel hatte die Wirtin der Kneipe Werner’s am Sonntag an die Tür geklebt. Quelle: Foto: Bärbel Hilbig
Nordstadt

Nach der Schlägerei zwischen einer Gruppe sogenannter Problemfans von Hannover 96 und Linksautonomen am Sonntag an der Lutherkirche sind in der Nordstadt Plakate mit einer Stellungnahme zu dem Vorfall aufgetaucht. „Faschos, rechte Ultras und Nazihooligans haben hier nichts zu suchen, auch wenn sie sagen, sie seien unpolitisch“, heißt es darauf. Vor der Kneipe Werner’s hatten sich am Vormittag gegen 10 Uhr rund 60 Ultras der Roten versammelt, bei denen die Polizei später Passivwaffen und Sturmhauben sicherstellte. Die Linksautonomen vertreten die Auffassung, dass sich unter diesen Problemfans auch Rechtsradikale befunden haben. Beide Seiten gingen aufeinander los. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um die Gruppen zu trennen. Die Linksautonomen flüchteten.

Nach Auseinandersetzung zwischen rechten #Ultras von #h96 und Antifaschist*innen in #Hannover: Wandzeitung informiert...

Gepostet von Korona Photography am Montag, 25. Februar 2019

Im Werner’s wollten die Problemfans sich zu einem Frühschoppen treffen. Die Wirtsleute der Kneipe hatten große Sorge, unwillentlich zwischen die Fronten zu geraten, und sagten das Treffen per Aushang ab. Ein Paar habe Mitte vergangener Woche angefragt, ob es Sonntag mit einem Frühschoppen Geburtstag in der Kneipe feiern könnte, berichtet die Wirtin der HAZ. Gut 40 Gäste kündigten die Frau und der Mann an. „Eigentlich betreiben wir eine Nachtkneipe bis morgens um sieben und machen dann zu“, sagt Gastronomin Snezhana Fett. „Auf die Schnelle habe ich ja gesagt, ohne Vorkasse.“ Namen und Telefon der neuen Gäste hatte sie sich in der Eile auch nicht notiert.

Wirtin fühlte sich von der Polizei allein gelassen

Doch bald tauchten zwei Leute aus der linken Nordstädter Szene bei der Wirtin auf und sagten, die angekündigten Gästen seien Neonazis. „Ich hatte keine Ahnung und bin daraufhin zur Polizei gegangen“, erzählt die Wirtin. Dort habe man ihr gesagt, die Entscheidung, ob sie ihr Geschäft öffne, liege bei ihr. „In dem Moment habe ich mich allein gelassen gefühlt.“ Allerdings erhöhte die Polizei bereits Sonnabend massiv ihre Präsenz rund um die Lutherkirche. Die Wirtsfamilie fühlte sich wieder etwas ruhiger.

Dennoch trieb die Sorge um ihren Betrieb die Wirtin weiter um. Das Werner’s ist sonnabends ein Treffpunkt für Handwerksgesellen auf der Walz. Snezhana Fett bat die jungen Männer, in der Kneipe zu übernachten, wie sie es auch sonst manchmal machen. „Ich selbst bin fast 48 Stunden in der Kneipe geblieben, weil ich Angst hatte, dass uns die Fenster zerschlagen werden. Das ist schließlich unsere Existenz“, betont die Gastwirtin.

Linksautonome veröffentlichen Erklärung im Netz

Die Ermittlungen der Polizei sind bislang noch nicht vorangekommen. Die Linksautonomen haben sich inzwischen im Internet zu dem Vorfall zu Wort gemeldet. Auf der Seite „Hannover rechts aussen“ heißt es: „Der Treffpunkt wurde bewusst gewählt, um eine Konfrontation mit Antifaschist_innen zu suchen, die in diesem Stadtteil zahlreich vertreten sind.“ An dem Treffen sei auch die Ultra-Gruppierung West Hannover beteiligt gewesen, die Rechte in ihren eigenen Reihen dulde und maßgeblich für Angriffe auf Linke verantwortlich sei, heißt es in dem Text weiter. Seit Monaten gibt es Streit zwischen Ultra-Fans von Hannover 96 und Linksautonomen. Die Autonomen kritisieren einen angeblichen Rechtsruck der aktiven Fanszene. Weder die Polizei noch der Verein kann diese Kritik nachvollziehen.

Von Bärbel Hilbig und Tobias Morchner

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