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Stadt Hannover Verunreinigte Cola: McDonald's muss zahlen
Aus der Region Stadt Hannover Verunreinigte Cola: McDonald's muss zahlen
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00:15 12.02.2015
Von Michael Zgoll
Foto: Verklagt: Fast-Food-Gigant McDonald's muss einer Kundin aus Hannover 100 Euro Schmerzensgeld zahlen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Frau kaufte im Juni vergangenen Jahres in einer Filiale nahe der Grenze von Misburg und Anderten eine große Cola Light. Nach wenigen Schlucken, so schilderte sie vor Amtsrichter Marcus Hettig, habe sie einen strengen Geruch wahrgenommen, kurz darauf Atemnot und Brechreiz verspürt. Als sie das Getränk auf der Straße ausgoss, entdeckte sie auf dem Boden des Bechers ein Metallstück – das Endteil der Mischdüse des Getränkeautomaten, wie sich später herausstellte. Die Kundin empfand diesen Vorgang als so gravierend, dass sie von McDonald’s 500 Euro Schmerzensgeld haben wollte.

Der Betreiber der Misburger Filiale, ein Franchisenehmer aus Laatzen, bestritt vor Gericht, dass das Maschinenteil – sofern es denn überhaupt im Becher gelandet sei – Brechreiz und Atemnot ausgelöst oder eine Geruchsbelästigung verursacht haben könne. Die Düse sei lebensmittelecht und geruchsfrei. Um eine aufwendige Beweiserhebung zu vermeiden, sei man aber bereit, einen Teil des Schmerzensgeldanspruchs der Frau anzuerkennen.

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Richter Hettig begründete sein Urteil damit, dass eine Forderung von 500 Euro auf jeden Fall überhöht sei. Die Cola sei nicht übermäßig kostspielig gewesen, die Klägerin habe keine dauerhaften körperlichen Verletzungen davongetragen, und von einer vorsätzlichen Schädigung könne auch keine Rede sei. Einen Schmerzensgeldanspruch von 100 Euro erkannte das Gericht allerdings an.

Michael Zgoll 12.02.2015
Andreas Schinkel 12.02.2015
Bernd Haase 12.02.2015